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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

7. September 2016

Keine Gefährdungsbeurteilung bei mobilem Arbeiten

Die meisten Arbeitnehmer arbeiten nicht mehr nur an einem festen Arbeitsplatz, sondern unterwegs oder zuhause. Große Versäumnisse sehen Befragte jedoch hinsichtlich der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung bei mobiler Arbeit in ihren Betrieben. Vier von fünf Unternehmen erfüllen die gesetzlichen Verpflichtungen nicht oder unvollständig.

97 Prozent Laptop-Nutzer

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „Mobiles Arbeiten“, die auf der diesjährigen Messe Personal 2016 Süd präsentiert wurde. Der Veranstalter Spring Messe Management führte die Untersuchung mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, der Deutschen Gesellschaft für Personalführung sowie dem Berliner Büro für Arbeits- und Organisationspsychologie durch. An der Befragung nahmen 674 Vertreter von Unternehmen teil, überwiegend Management, Geschäftsführung und Personalressort.

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten (54 Prozent) in den Unternehmen der Befragten sind vorwiegend oder ausschließlich mobil an wechselnden Arbeitsplätzen tätig. Die Mitarbeiter nutzen dafür Laptops und tragbare Computer (97 Prozent), Smartphones (93 Prozent), Tablets (62 Prozent) oder andere mobile Geräte (36 Prozent).

Keine Gefährdungsbeurteilung

Die Befragten berichten von großen Defiziten bezogen auf die im Arbeitsschutzgesetz geforderte Gefährdungsbeurteilung an mobilen IT-Arbeitsplätzen. Drei Viertel der Betriebe (75 Prozent) führen diese nur teilweise oder gar nicht durch. Sie stellt nach Angaben von mehr als der Hälfte der befragten Unternehmensvertreter (52 Prozent) höhere oder viel höhere Anforderungen an die Schlüsselkompetenzen der Beschäftigten.

Mitarbeiter benötigen mehr Selbstkompetenzen – Selbstständigkeit, Flexibilität, Kreativität, Verantwortungs- und Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit – so rund drei Viertel (78 Prozent) der Befragten. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) beobachtet, dass Arbeitnehmer auch bessere kommunikative Kompetenzen, nämlich schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit, Diskussionsfähigkeit, partnerorientierte Kommunikation, mitbringen müssen. Jeder Zweite der Befragten (49 Prozent) sieht höhere und viel höhere Anforderungen an soziale Kompetenzen: Konflikt- und Kritikfähigkeit, Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Durchsetzungsvermögen, Führungsqualitäten, Kundenorientierung.

Mehr Gestaltungsmöglichkeiten

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Die Arbeitssituation und ergonomischen Rahmenbedingungen verbessern sich der Studie zufolge bei IT-gestützter, mobiler Arbeit. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) sieht bessere oder viel bessere Gestaltungsmöglichkeiten – vor allem für die Arbeitszeit, gefolgt von den Tätigkeiten und Arbeitsaufgaben. Nur zwölf Prozent der Teilnehmer beurteilen die Gestaltung der Arbeitszeit bei digitalisierter Mobilarbeit schlechter oder viel schlechter. Besonders groß ist der Einfluss des mobilen Arbeitens auf die Arbeitszufriedenheit mit 67 Prozent Zustimmung.

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