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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

1. September 2016

Frauen sind zu selbstkritisch

Frauen bewerten sich im Berufsleben zu kritisch. Das zeigt eine Studie der Internationalen Hochschule Bad Honnef-Bonn, die branchenübergreifend die Kompetenzen von mehr als 1 000 Mitarbeitern in verschiedenen Funktionen untersucht hat.

Unterschätztes Verhandlungsgeschick

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Frauen bewerten ihre Stärken selbst weit niedriger, als ihr direktes Umfeld diese einschätzt. Die Daten wurden mit einer Software zur Kompetenzanalyse ausgewertet. Sie ergeben, dass grundsätzlich sowohl Männer als auch Frauen bei der Einschätzung ihrer beruflichen Kompetenzen zur Selbstkritik neigen. Bei Frauen ist diese Neigung deutlich höher.

Sie stufen sich insbesondere in Bereichen, die aus sich herausgehendes und planendes Verhalten erfordern, selbstkritischer ein als ihre männlichen Kollegen, zum Beispiel in den Bereichen:

Männliche Teilnehmer überschätzen sich hingegen, was Einfühlungsvermögen oder Dienstleistungsorientierung angeht.

Unbegründete Selbstkritik

Die Selbstkritik scheint unbegründet. Frauen werden von ihrem direkten Umfeld, zum Beispiel von Kollegen und Vorgesetzten, positiv wahrgenommen. Der Unterschied zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung ist bei ihnen um rund ein Drittel höher als bei Männern. Auch ihre tatsächlichen Kompetenzen sind in der Studie deutlich höher, als sie diese selbst einschätzen.

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Frauen können sich durch ihre skeptische Haltung bei ihrer Karriere im Weg stehen, meint Kurt Jeschke von der Hochschule. „Weil sie ihre Kompetenzen selbst eher niedrig einstufen, halten sie sich bei Gehaltsverhandlungen oder bei der Bewerbung um Führungspositionen stärker zurück als ihre männlichen Kollegen.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

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