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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

30. Mai 2016

Zukunftsperspektive motiviert

Gute Personalarbeit führt dazu, dass Mitarbeiter eine Zukunftsperspektive entwickeln und noch viel nutzbare Zeit sehen, die vor ihnen liegt. Das stärkt ihre Arbeitszufriedenheit und Bindung ans Unternehmen. Zu diesem Schluss kommen Mannheimer Forscher.

„Zukunft voller Möglichkeiten“

Alle Hefte im ÜberblickJörg Korff von der Universität Mannheim und sein Forscherteam haben die Zukunftsperspektive von 913 Mitarbeitern abgefragt. In der Onlineausgabe des Journal of Organizational Behavior finden sich die Ergebnisse.

Zukunftsperspektive heißt, dass man denkt, man habe noch viel Zeit zum Leben vor sich, die man nutzen könne. Hierbei wurde die Zustimmung zu Aussagen wie „Meine Zukunft ist voller Möglichkeiten“ überprüft.

Außerdem sollten Aktivitäten des Personalmanagement angegeben werden, z.B. Beförderung, Weiterbildung und Bezahlung. Schließlich wurden Arbeitszufriedenheit und Bindung ans Unternehmen („Diese Firma bedeutet mir sehr viel.“) geprüft. Die Ergebnisse:

Verjüngungskur durch Personalabteilung

Gute Personalarbeit verjüngte. Wenn die Personalabteilung gute Arbeit leistete, sahen – auch ältere – Mitarbeiter noch viel aktiv nutzbare Zeit vor sich. Entscheidend war, dass die HR-Abteilung 1) transparent machte, wie es zu Beförderungen kam, 2) Mitarbeiter weiterbildete, 3) Angestellte an Entscheidungen beteiligte und 4) leistungsabhängig statt nach dem Alter vergütete.

Zukunftsperspektive war Bindeglied. Sie vermittelte den Effekt der Personalarbeit auf die Zufriedenheit. War die Personalarbeit vorbildlich, sah man für sich eine Perspektive im Unternehmen. Diese ging damit einher, dass die Befragten zufriedener waren und sich stärker mit der Firma identifizieren.

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Jörg Korff fasst zusammen: „Neu ist, dass die Rahmenbedingungen in Unternehmen die wahrgenommene Zukunftsperspektive von Mitarbeitern erheblich beeinflussen. Unternehmen können sozusagen das motivationale Alter ihrer Mitarbeiter beeinflussen, sie jünger machen, wenn man so will.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Jörg Korff (Business School, University of Mannheim, Mannheim, Germany), Torsten Biemann & Sven C. Voelpel (Department of Business and Economics, Focus Area Diversity, Jacobs University Bremen, Bremen, Germany). (2016). Human Resource Management Systems and Work Attitudes: The Mediating Role of Future Time Perspective [Abstract]. Journal of Organizational Behavior, Online Version of Record published before Inclusion in an Issue, 18 May 2016.

Spitzarbeitsbedingungen: Beförderung hängt von Leistung ab, Mitarbeiter werden über die Finanzlage informiert.

Human Resource Management für ältere Mitarbeiter: persönlich einbinden, ihre Entscheidungen stärken, für vielfältige Aufgaben sorgen.

Personalpsychologische Fragestellungen sind das Interessanteste, was man erlebt“, so Michael Donat.

Im Themenschwerpunkt „Die Psyche des Chefs“ stehen Erkenntnisse zu Managercharakter, Persönlichkeit, emotionaler Kompetenz, Humor und Ärger.

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