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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

4. Mai 2016

Frauen sind sozial kompetenter

Frauen sind durchweg kompetenter als Männer, was den Umgang mit anderen und mit Gefühlen angeht – beides entscheidende Fähigkeiten von Führungskräften. Mitarbeiterinnen können sich selbst besser einschätzen, sind einfühlsamer, optimistischer und führen besser. Zu diesem Ergebnis kommt eine globale Studie.

Über 55.000 Beschäftigte befragt

Alle Hefte im ÜberblickDie Studie wurde von der Unternehmensberatung Korn Ferry Hay Group durchgeführt. Insgesamt nahmen über 55.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 90 Ländern daran teil. Sie wurden zwischen 2011 und 2015 befragt. Der eingesetzte Fragebogen war das eigens dafür entwickelte Emotional and Social Competency Inventory.

Mit ihm wurden zwölf Fähigkeiten erfasst, die nachweislich mit besserer Arbeitsleistung einhergingen: 1) Leistungsorientierung, 2) Anpassungsfähigkeit, 3) Coaching, 4) Konfliktmanagement, 5) Empathie, 6) richtige Selbstwahrnehmung, 7) motivierende Führung, 8) Einfluss auf andere, 9) Organisieren, 10) positive Grundhaltung, 11) Teamarbeit und 12) Selbstkontrolle.

Frauen waren emotional und sozial kompetenter

Frauen nahmen sich selbst besser wahr und waren einfühlsamer. Der größte Unterschied zwischen den Geschlechtern lag im Bereich der Selbstwahrnehmung. Frauen hatten eine mehr als 100 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, sich selbst richtig wahrzunehmen, als Männer. Mitarbeiterinnen waren zudem mit 74 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit empathischer als Mitarbeiter.

Frauen waren durchgängig besser als Männer. Auch bei den anderen Fähigkeiten schnitten Frauen besser ab als Männer. Sie waren optimistischer, coachten besser, beeinflussten andere mehr, führten motivierender, konnten eher mit Konflikten umgehen und besser organisieren, waren anpassungsfähiger und arbeiteten reibungsloser im Team zusammen als Männer. Nur bei der Selbstkontrolle lagen die Männer vorne.

Mehr Frauen in Führungspositionen

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„Unsere Ergebnisse zeigen, dass wir mehr Frauen in Führungspositionen brauchen. Denn zwischen einer hohen emotionalen Intelligenz und einer guten Performance als Führungskraft besteht ein enger Zusammenhang. Unternehmen sollten sich deshalb noch stärker bemühen, Frauen mit hohen Werten bei sozialen und emotionalen Kompetenzen zu finden“, sagt Bibi Hahn, Geschäftsführerin der Hay Group.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Frauen gelten als fähiger und scharfsinniger, wenn sie Gefühle spontan zeigen.

Viele Unternehmen haben Zielgrößen dafür festgelegt, wie viele Frauen sie auf welcher Führungsebene beschäftigen möchten.

Wenn Frauen aus Vorständen oder Aufsichtsräten ausscheiden, sinkt der Aktienwert eines Unternehmens deutlich.

Im Themenschwerpunkt „Die Psyche des Chefs“ stehen neue Erkenntnisse zu Managercharakter, dunkler Triade der Persönlichkeit, emotionaler Kompetenz, Humor, Ärger und Selbstzweifeln.

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