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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

31. März 2016

Managerinnen werden bei höherem Frauenanteil wettbewerbsorientierter

Ab einem Frauenanteil von 26 Prozent sind Managerinnen in Führungsgremien genauso wettbewerbsorientiert wie ihre männlichen Kollegen. Außerdem haben sie dann ähnliche Topentscheider-Eigenschaften, sind risikofreudig, offen für Veränderungen und wenig ängstlich. Das ist die Schlussfolgerung einer länderübergreifenden Studie.

4.345 Topmanagerinnen untersucht

Alle Hefte im ÜberblickDie Studie „Post-Diversity-Ära“ wurde von der Personalberatung Russell Reynolds Associates durchgeführt. Dazu wurden Eigenschaften von 4.345 Managerinnen und Managern aus 25 Ländern verglichen, etwa die Wettbewerbsorientierung, der soziale Bezug oder typische Merkmale von Topentscheidern. Diese wurden in Beziehung zum Anteil weiblicher Führungskräfte (AWF) gesetzt, den es durchschnittlich in den Führungsgremien von Unternehmen innerhalb eines Landes gab. Die Ergebnisse:

Wettbewerbsorientierter, unsozialer

Managerinnen wurden wettbewerbsorientierter. In Ländern, in denen sich in den Führungsgremien der Unternehmen weniger als 21 Prozent Frauen befanden, gab es stereotype Geschlechtsunterschiede: Manager wetteiferten stärker untereinander, Managerinnen orientierten sich eher am sozialen Umfeld. Ab einem AWF von 26 Prozent in den Leitungsgremien gab es keine Unterschiede mehr. Sowohl weibliche als auch männliche Topmanager waren stärker wettbewerbsorientiert und schauten weniger darauf, was ihre Mitmenschen wollten.

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Managerinnen hatten Eigenschaften von Topentscheidern. Ab einem AWF von 26 Prozent in den Führungsgremien eines Landes hatten weibliche und männliche Spitzenmanager auch ähnliche Topentscheider-Eigenschaften. Männern wie Frauen in Leitungsgremien waren dann:

„Ein hoher Frauenanteil in der Chefetage wirkt wie ein Katalysator und kann das gesamte Management auf ein neues Qualitätslevel heben“, sagt Joachim Bohner von Russell Reynolds Associates. Entscheidern nutze unmittelbar ein höherer Frauenanteil in den Chefetagen, denn dieser fördere die persönlichen Führungsfähigkeiten.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Nach wie vor sitzen wenige Frauen in Vorständen börsennotierter deutscher Unternehmen.

In einer zusammenfassenden Studie mit über 470.000 Angestellten kam heraus, dass Frauen bei gleicher Leistung deutlich weniger verdienten als Männer.

Im Themenschwerpunkt „Die Psyche des Chefs“ sind neue Erkenntnisse zu Managercharakter, dunkler Triade der Persönlichkeit, emotionaler Kompetenz, Humor, Ärger, und Selbstzweifeln zusammengetragen.

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