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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

29. Februar 2016

Homeoffice ist ausbaufähig

Nur 12 Prozent aller Beschäftigten arbeiten im Homeoffice, obwohl es bei 42 Prozent der Arbeitsplatz zuließe. Viele möchten auch lieber zu Hause arbeiten als im Firmenbüro. Das sind Ergebnisse einer neuen Auswertung. Die Schlussfolgerung: mehr Arbeitsplätze im Homeoffice schaffen.

66 Prozent würden es tun

Alle Hefte im ÜberblickKarl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung hat Daten des Sozio-oekonomischen Panels zur Heimarbeit ausgewertet. 2014 gaben dazu rund 30.000 Deutsche darüber Auskunft, ob sie bereits zu Hause arbeiten oder es gerne würden. Die Ergebnisse:

12 Prozent im Homeoffice. 12 Prozent aller Arbeitnehmer arbeiten zu Hause und das entweder „täglich“, „mehrmals in der Woche“ oder „alle 2 bis 4 Wochen“.

42 Prozent könnten zuhause arbeiten. 42 Prozent geben an, dass es ihr Arbeitsplatz grundsätzlich zuließe, von zu Hause aus zu arbeiten. 66 Prozent von ihnen würden das auch tun, wenn es möglich wäre. Am häufigsten wäre Homeofficearbeit bei Dienstleistern möglich, die Büro- und Verwaltungstätigkeiten erbringen (bis zu 71 Prozent), und bei hochqualifizierten Angestellten (76 Prozent) oder Führungskräften (68 Prozent).

Zufriedene Mehrarbeiter

46 Wochenstunden im Homeoffice. Vollzeitbeschäftigte Heimarbeiter kommen durchschnittlich auf 46 Arbeitsstunden pro Woche. Damit arbeiten sie deutlich mehr, nämlich drei Stunden, als Angestellte, die in der Firma sitzen.

Homeofficearbeiter etwas zufriedener. Trotz Mehrarbeit sind die Heimarbeiter mit 1) ihrer Arbeit, 2) dem persönlichen Einkommen und 3) dem Leben allgemein etwas zufriedener als Angestellte, die im Firmenbüro tätig sind. Heimarbeit hat dabei wenig mit der Familie zu tun, da es unter Alleinstehenden, Alleinerziehenden oder Familien mit Kindern ähnlich viele Homeofficeangestellte gibt.

Zeitdisziplin wahren

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Karl Brenke legt Arbeitgebern nahe, häufiger Homeoffice anzubieten und vertraut dabei auf Marktkräfte, „die uneinsichtige Arbeitgeber zur Vernunft und zur zeitgemäßen Personalführung zwingen dürften.“ Andererseits sind die Arbeitnehmer gefordert: „Sie müssen Zeitdisziplin wahren und Job und Hausarbeit beziehungsweise Freizeit streng voneinander trennen.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Karl Brenke (2016). Home Office: Möglichkeiten werden bei weitem nicht ausgeschöpft [PDF]. DIW Wochenbericht, 5/2016, 95-105.

Die meisten Angestellten arbeiten in der Firma und nicht außerhalb. Dennoch nutzen 39 Prozent von ihnen Tablets oder Smartphones.

Viele Stellensuchende befürchten, im Homeoffice mehr arbeiten zu müssen und nicht mehr an wichtige Informationen zu kommen.

Im Themenschwerpunkt „Umgang mit Umbrüchen“ geht es um Veränderungen, Wandlungskompetenz, Mitarbeiterführung, Willensstärke, Unternehmenskultur und Karrierewechsel.

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