Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

1. Februar 2016

Übergangene Millennials

44 Prozent der jungen, hochqualifizierten Angestellten wollen in den nächsten zwei Jahren ihr Unternehmen verlassen. Gründe dafür sind, dass sie bei der Beförderung übergangen oder nicht genügend auf Führungspositionen vorbereitet wurden. Außerdem berichten sie seltener über eine gute Arbeitskultur, so eine weltweite Studie.

7.692 junge Angestellte befragt

Alle Hefte im ÜberblickDie Studie „The 2016 Deloitte Millennial Survey“ wurde vom Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte durchgeführt. Dazu wurden 7.692 „Millennials“, also junge, gut ausgebildete Erwachsene, die nach 1982 geboren sind, Vollzeit arbeiten und auch „Generation Y“ genannt werden, aus 29 Ländern befragt. Zentrale Ergebnisse:

Anzeige Deutscher Psychologen Verlag GmbH

Mangelnde Führungskompetenzen

Viele wollen wechseln. 34 Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland wollen ihren Arbeitgeber innerhalb der nächsten zwei Jahre wechseln. Weltweit wollen bis 2018 noch mehr ihre Firma verlassen, nämlich 44 Prozent. In den nächsten fünf Jahren wollen in Westeuropa sogar 60 Prozent der jungen Leute wechseln, in den USA 64 Prozent.

Übergangen, unvorbereitet. Ein Grund für die Wechselbereitschaft ist, dass sich viele übergangen fühlen. So stimmen 57 Prozent derjenigen, die in zwei Jahren das Unternehmen verlassen wollen, der Aussage zu: „Ich denke, dass ich bei möglichen Führungspositionen übersehen wurde.“ Außerdem denken von den Wechselbereiten 71 Prozent weltweit und 64 Prozent in Deutschland, dass ihre „Führungskompetenzen nicht ausreichend entwickelt wurden“.

Bestimmende Werte

Gute Arbeitskultur. Die Treuen, die fünf Jahre und länger im Unternehmen bleiben wollen, berichten im Vergleich zu den Wechslern, die in den nächsten zwei Jahren die Firma verlassen wollen, über eine positivere Arbeitskultur. Von den Treuen sehen in ihrem Unternehmen 88 Prozent Sinn bei der Arbeit (im Vergleich zu 63 Prozent bei den Wechslern), 86 Prozent, dass sie ihre Stärken einsetzen können (Wechsler nur 62 Prozent), 83 Prozent professionelle Weiterbildung (Wechsler nur 58 Prozent) und 81 Prozent persönliche Unterstützung (Wechsler nur 56 Prozent).

Werte schlagen Ehrgeiz. Auf die Frage, welche Faktoren die Entscheidungen der jungen Angestellten bestimmen, antworten 55 Prozent „meine Werte/Moral“. Erst an zweiter Stelle mit 51 Prozent Zustimmung kommen „Ziele, Ehrgeiz und Karriere“. 49 Prozent sagen gar, dass sie „es vorgezogen haben, eine Aufgabe nicht zu bearbeiten, weil sie den eigenen Werten oder ethischen Vorstellungen zuwider liefen.“

Ausgewogene Arbeit

Geprüfte Fachinfos
in zwei neuen Ausgaben der Zeitschrift lesen –
mit 30% Preisvorteil.
Hier mehr erfahren.

Gründe für Arbeitgeberwahl. Die wichtigsten Gründe, in einem Unternehmen arbeiten zu wollen, waren: „gute Work-Life-Balance“ (17 Prozent), „Möglichkeiten aufzusteigen oder Führungskraft zu werden“ (13 Prozent), „Flexibilität, z.B. durch Arbeit außerhalb des Büros oder flexible Arbeitszeiten“ (11 Prozent), „durch meine Arbeit Sinn erfahren“ (9 Prozent) und „Weiterbildungen zur beruflichen Entwicklung“ (8 Prozent).

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Deloitte Touche Tohmatsu Limited (Ed.). (2016). The 2016 Deloitte Millennial Survey: Winning over the Next Generation of Leaders [PDF]. New York: Editor.

Im Themenschwerpunkt „Umgang mit Umbrüchen“ geht es um Veränderungen, Wandlungskompetenz, Mitarbeiterführung, Willensstärke, Unternehmenskultur und Karrierewechsel.

Die Wirtschaftspsychologie aktuell im Schnupper-Abo testen.

Den monatlichen Newsletter der Zeitschrift bestellen.

Im Archiv ab 2001 blättern.