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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

13. November 2015

Rollenklischees beim berufsbedingten Umzug

Männer sind zuversichtlich, einen berufsbedingten Umzug gut zu überstehen. Frauen sind da skeptischer. Die Karriere der Männer wird bei einem Ortswechsel als wichtiger angesehen als die der Frauen. Letztere sind eher bereit, für ihren Partner den eigenen Aufstieg zu opfern. So eine neue Studie der Universität Hohenheim.

Über 1.400 Beschäftigte befragt

Alle Hefte im ÜberblickDie Studie „Einfluss des Partners auf Karriereentscheidungen“ wurde von Marion Büttgen und Jan Ullrich von der Universität Hohenheim durchgeführt. Sie befragten über 1.400 Beschäftigte und ihre Partner zum berufsbedingten Umzug. Über die Ergebnisse berichteten sie u.a. im Journal of Vocational Behavior.

Kritische Karriereklischees

Skeptische Frauen, zuversichtliche Männer. Frauen und Männer hatten ein unterschiedliches Selbstbild im Hinblick auf einen möglichen Umzug. Männer waren sich fast immer sicher, am neuen Ort einen passenden Job zu finden. Frauen glaubten hingegen nicht, dass das ihrem Partner so einfach gelänge.

Materialistische Frauen und Männer unterschieden sich. Frauen, denen Geld und Besitz wichtig waren, hatten große Erwartungen hinsichtlich der Karriere ihres Mannes. Materialistische Männer erwarteten von der beruflichen Entwicklung ihrer Frau hingegen nicht so viel.

Karriere der Frau galt weniger. Deutlich war bei vielen ein klischeehaftes Rollenbild von Frau und Mann. Die Männerkarriere war wichtiger. Sie wurde als selbstverständlich angesehen. Frauen waren dafür bereit, das eigene Vorankommen zu opfern. Die berufliche Laufbahn der Partnerinnen galt hingegen nicht so viel.

Wechselbereitschaft des Partners erklärte Zusammenhänge. Was der Partner über den Umzug dachte, war für die eigene Entscheidung zentral. Beschäftigte waren danach eher bereit, neue berufliche Wege an einem anderen Ort einzuschlagen, wenn sich auch der Partner wechselbereit zeigte.

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Marion Büttgen resümiert: „Solch ein klischeehaftes Rollenbild hätte ich vielleicht vor 30 Jahren erwartet, nicht aber in unserer heutigen Zeit.“ Zwei Strategien schlägt sie vor, um Streit durch einen Umzug zu vermeiden: 1) Paare sollten sich häufig über den anstehenden Ortswechsel unterhalten – was trivial scheint, aber dennoch selten ist, und 2) Unternehmen sollten bei der Versetzung eines Mitarbeiters auch dessen Partner einbeziehen.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Jan Ullrich, Helen Pluut (Department of Organisation Studies, Tilburg University) & Marion Büttgen (Department for Corporate Management, University of Hohenheim). (2015). Gender differences in the family-relatedness of relocation decisions [Abstract]. Journal of Vocational Behavior, 90, 1-12.

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