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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

14. Juli 2015

Mehr Krankentage wegen psychischer Störungen

Im Berichtsjahr 2013 haben sich die Krankentage aufgrund psychischer Störungen gegenüber 2003 mehr als verdoppelt. Das ist das Ergebnis des „BKK Gesundheitsatlas 2015“. In den letzten Jahren nahmen also psychische Diagnosen bei Krankschreibungen zu. Psychische Störungen sind in der Bevölkerung aber nicht mehr geworden.

4,3 Millionen Versicherte

Alle Hefte im ÜberblickFür den „BKK Gesundheitsatlas 2015: Gesundheit in Regionen – Blickpunkt Psyche“ wurden vom BKK Dachverband für das Berichtsjahr 2013 die Daten von 4,3 Millionen Beschäftigten ausgewertet, die bei Betriebskrankenkassen versichert sind. Dabei wurden Arbeitsunfähigkeits- oder Krankentage gezählt, die Diagnosen ausgewertet und regionale Unterschiede ermittelt. Ein Schwerpunkt lag auf psychischen Störungen.

Verdopplung psychischer Diagnosen

Psychische Störungen waren dritthäufigster Krankheitsgrund. 14,7 Prozent der Krankentage aus dem Jahr 2013 gingen auf psychische Störungen zurück. Diese waren nach Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems (25,2 Prozent) und des Atemsystems (16,2 Prozent) damit der dritthäufigste Krankheitsgrund.

Krankentage wegen psychischer Störung mehr als verdoppelt. 2003 waren es 1.022 Krankentage, die wegen psychischer Störungen auf 1.000 Versicherte kamen. 2013 waren es 2.303 Arbeitsunfähigkeitstage pro 1.000 Versicherte, die auf das Konto psychischer Störungen gingen. Psychisch verursachte Krankentage haben sich damit binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Mehr Depressionen in Süddeutschland

Mehr psychische Diagnosen in Süddeutschland. Bezüglich der vergebenen Diagnosen „depressive Episode“, „rezidivierende depressive Störung“ und „Burnout-Syndrom“ gab es ein Nord-Süd-Gefälle. Die meisten depressiven Episoden wurden 2013 in Bayern vergeben (11,4 Prozent der Versicherten), die wenigstens in Sachsen-Anhalt (7,2 Prozent). Die meisten wiederholt auftretenden depressiven Störungen kamen ebenfalls in Bayern vor (3,4 Prozent), die wenigsten in Sachsen-Anhalt (1,9 Prozent). Die höchste Diagnoserate des Burnout-Syndroms hatte das Saarland (1,5 Prozent), die niedrigste Sachsen-Anhalt und Thüringen (je 0,8 Prozent). Auch in Großstädten wurden häufig Depressions- und Burnout-Diagnosen vergeben (Hamburg: 12 Prozent depressive Episoden, Berlin: 11,4 Prozent depressive Episoden und 1,5 Prozent Burnout).

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Mehr Diagnosen, aber nicht mehr psychische Störungen. In den letzten Jahren haben die psychischen Diagnosen zugenommen. Im BKK-Bericht gab es 2009 im 12-Monats-Zeitraum 21,4 Prozent psychisch Erkrankte unter den Versicherten, 2013 insgesamt 30,5 Prozent. Damit haben sich die Diagnoseraten den Häufigkeiten psychischer Störungen aus dem Bundessurvey von 1998 (31,1 Prozent) und der Robert-Koch-Studie von 2012 (30,1 Prozent) angeglichen. Es gab also nicht mehr psychische Störungen, sondern lediglich mehr entsprechende Diagnosen. Die Häufigkeit psychischer Störungen hat sich in der Bevölkerung in den letzten 17 Jahren nicht geändert.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Karin Kliner, Dirk Rennert & Matthias Richter (Hrsg.). (2015). BKK Gesundheitsatlas 2015. Gesundheit in Regionen – Blickpunkt Psyche [PDF]. Berlin: Herausgeber.

Schon 2011 waren psychische Störungen die dritthäufigste Krankheitsursache. Damit gingen so viele Krankheitstage wie noch nie in der 30-jährigen Berichterstattung auf psychische Störungen zurück.

Ältere Menschen mit einer Depression sprechen bei einer medikamentösen Behandlung stark auf Placebos an.

Schwerpunktthema des „Fehlzeiten-Report 2014“ ist das betriebliche Gesundheitsmanagement, das einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen darstellt.

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen hält den Gedanken an ein Berufsverbot für Menschen mit depressiven Störungen für abwegig.

Der neue Themenschwerpunkt „Mobil, flexibel und gestresst“ zu Stressbewältigung, Smartphone-Nutzung, Berufspendeln, psychischen Belastungen, Gefährdungsbeurteilung, Teilzeit-Tandem und Super-Leadership.

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