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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

9. Juni 2015

Nachwuchsmanager beschönigen Fehlentscheidungen

Nachwuchsmanager neigen dazu, Fehlentscheidungen zu beschönigen. Im Vergleich dazu zeigen sich erfahrene Manager selbstkritischer und erwerben mit ihrer Lernbereitschaft nützliches Erfahrungswissen. Das sind Ergebnisse einer neuen Studie.

3.895 Führungskräfte verglichen

Alle Hefte im ÜberblickDie Studie wurde vom Unternehmen Metaberatung durchgeführt, das sich auf Personaldiagnostik spezialisiert hat. In der Studie wurden die Persönlichkeitsprofile von 3.895 Führungskräften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz miteinander verglichen. Davon waren 15,4 Prozent Nachwuchsmanager, 45,3 Prozent im mittleren Management und 39,3 Prozent im Topmanagement beschäftigt. Der Anteil der weiblichen Führungskräfte lag bei 16,2 Prozent.

Topmanager reagieren gelassen aus Kritik

„Spitzenführungskräfte reagieren viel häufiger gelassen auf negatives Feedback und berücksichtigen es bei ihren künftigen Entscheidungen“, sagt Rainer Neubauer von Metaberatung. So zeige die Analyse bei ihnen eine überdurchschnittliche Bereitschaft, negative Entwicklungen konsequent auszuwerten und daraus für die Führungspraxis zu lernen. Auf diese Weise eigneten sich Topmanager mit der Zeit ein umfangreiches Erfahrungswissen an. Zudem entwickelten sie eine verbesserte Treffgenauigkeit in dringenden Situationen.

Intuition durch Lernen aus Fehlern

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Auf dem Weg in die Chefetage sei diese Lernbereitschaft von Vorteil. Täglich treffe eine Person mehrere Tausend Entscheidungen. Dafür müsse man viele Informationen verarbeiten. Diese Aufgabe erledige das Gehirn häufig über Abkürzungen wie Faustregeln oder Erfahrungswerte. Je komplexer wirtschaftliche Entscheidungen werden, desto stärker seien Führungskräfte gefragt, die sich auf ihr intuitives Urteil verlassen könnten, weil sie aus ihren Fehlern gelernt hätten.

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Weiterführende Informationen:

In einem Interview zum Thema Risikointelligenz sagt der Risikoforscher Gerd Gigerenzer, worauf es ankommt, wenn man mit Unwägbarkeiten umgehen will: Risiken richtig schätzen und Faustregeln anwenden.

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