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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

30. März 2015

Steigende Zielvorgaben gefährden

Eine neue Studie zeigt, dass ständig steigende Zielvorgaben Beschäftigte zu selbstgefährdendem Verhalten verleiten. Sie halten dann Pausen nicht mehr ein und arbeiten in krankmachendem Tempo bis zur Erschöpfung.

Daten von 487 Beschäftigten ausgewertet

Alle Hefte im ÜberblickDer „Gesundheitsmonitor“ wird von der Bertelsmann Stiftung und der Ersatzkasse Barmer GEK seit zehn Jahren herausgegeben. Regelmäßig werden dazu Versicherte zu Gesundheitsthemen befragt. Anja Chevalier und Gert Kaluza haben in einer neuen Studie die Daten von 487 der Befragten zu Zielvereinbarungen und selbstgefährdendem Verhalten ausgewertet.

Steigende Ziele und Selbstgefährdung

Ständig steigende Ziele. 41 Prozent der Befragten gaben an, dass „Zielvereinbarungsgespräche mit dem Vorgesetzten“ üblich seien. 42 Prozent berichteten über eine Zielspirale mit „ständig steigenden Leistungs- und Ertragszielen“. 33 Prozent fragten sich, „wie man die ständig steigenden Anforderungen bewältigen soll“.

Selbstgefährdendes Verhalten. Die häufigsten Verhaltensweisen, die die Gesundheit gefährdeten und in den letzten drei Monaten gezeigt wurden, waren:

Zielexzess bis zur Selbstausbeutung

Gefährdende Zielspiralen. Dann wurde der Zusammenhang zwischen Zielen und Selbstgefährdung untersucht. Ergebnis:Ständig steigende Ziele trugen deutlich dazu bei, dass Beschäftigte häufiger selbstgefährdendes Verhalten an den Tag legten, z.B. Pausen nicht einhielten oder bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit arbeiteten. Außerdem machten diese sich nach oben schraubenden Ziele unzufrieden, führten zu einer geringeren Work-Life-Balance, zu beeinträchtigtem Wohlbefinden, Stress, Schlafstörungen und Burnout. Zielvereinbarungsgespräche mit realistischen Zielwerten, die erreichbar waren und nicht permanent stiegen, führten jedoch nicht dazu, dass sich Beschäftigte selbst ausbeuteten. Sie hemmten selbstgefährdendes Verhalten und sorgten für normales, nicht exzessives Arbeiten.

Zielspirale stoppen

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Die Autoren fordern, dass sich Unternehmen mit diesen Zielspiralen auseinandersetzen, „die sich allein am Markt und am ökonomischen Wachstum und eben nicht am Leistungspotenzial der Beschäftigten orientieren“.

Klare Ziele können gut sein, da sie Orientierung und Struktur geben. Ständig steigende Ziele führen jedoch zur Selbstausbeutung der Mitarbeiter.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Anja Chevalier & Gert Kaluza (2015). Indirekte Unternehmenssteuerung, selbstgefährdendes Verhalten und die Folgen für die Gesundheit [PDF]. Gesundheitsmonitor, 1/2015.

Ziele reichen nicht. Man muss auch die Hürden auf dem Weg zur Zielerreichung kennen. Das geht mit mentalem Kontrastieren.

Die grundlegenden Prinzipien beim Führen mit Zielen: Formulierung und Schwierigkeit des Ziels, Aufmerksamkeit, Anstrengung und Zielbindung.

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