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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

10. Februar 2015

Schauspieler wollen bewundert werden, werten aber andere nicht ab

Schauspieler streben stärker als der Durchschnittsbürger nach Selbstdarstellung und Bewunderung. Gleichzeitig neigen sie weniger dazu, andere Menschen abzuwerten, auch nicht potenzielle Rivalen. Das sind die Ergebnisse einer Studie, die ein Psychologenteam um Michael Dufner von der Universität Leipzig durchgeführt hat. Abgedruckt wurden sie im Fachblatt Social Psychological and Personality Science.

Narzissmus: dunkles Bewunderungsbedürfnis

Alle Hefte im ÜberblickDie Wissenschaftler untersuchten, an welchen Stellen das Persönlichkeitsprofil von Schauspielern jenseits der Norm liegt. Dabei konzentrierten sie sich auf den Narzissmus. „Narzissten legen ein charmantes Verhalten an Tag, sehen blendend aus und können gut unterhalten. Aber wenn man sie näher kennen lernt, kommen häufig die dunkleren Seiten ans Licht wie Neid, Missgunst oder Aggressivität“, erklärt Michael Dufner. Entsprechend gebe es zwei Merkmale des Narzissmus: das starke Bedürfnis nach Bewunderung und die Neigung, andere Menschen abzuwerten.

Wertschätzender Geltungsdrang

In ihrer Studie verglichen die Wissenschaftler Schauspieler mit Vergleichsgruppen. In der ersten Teilstudie baten sie eine Gruppe von Schauspielstudenten und eine Gruppe von Studenten anderer Fächer, einen Narzissmusfragebogen auszufüllen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Schauspielstudenten zwar mehr Bewunderung wünschten, zugleich aber andere seltener abwerteten.

Schauspielerfreunde attestieren auch weniger Missgunst

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In der zweiten Teilstudie legten die Psychologen den Fragebogen einer Gruppe aktiver Schauspieler vor. Zusätzlich baten sie die Schauspieler, einem engen Bekannten eine Version des Fragebogens zu geben, um so eine Außensicht auf ihre Persönlichkeit zu gewinnen. Die Ergebnisse glichen denen der ersten Studie.

Die Schauspieler hatten ein stärkeres Bedürfnis nach Anerkennung als Personen einer Vergleichsgruppe, zugleich aber weniger abwertende Tendenzen. Diese Selbsteinschätzung der Schauspieler wurde durch die Antworten ihrer Bekannten bestätigt. „Narzisstischer Neid und Missgunst sind also eher untypisch für Schauspieler“, resümiert Koautorin Mitja Back.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Michael Dufner (Universität Leipzig), Boris Egloff (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Christoph M. Hausmann (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Lisa-Maria Wendland (Technische Universität Chemnitz), Franz J. Neyer (Friedrich-Schiller-Universität Jena) & Mitja D. Back (Westfälische Wilhelms-Universität Münster). (2014). Narcissistic Tendencies among Actors: Craving for Admiration, But Not at the Cost of Others [Abstract]. Social Psychological and Personality Science, published online before print December 19, 2014.

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