Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

31. Oktober 2014

Manager wünschen sich eine neue Führungskultur

Manager wollen nicht länger nur von oben herab steuern, sondern setzen auf wertschätzende Zusammenarbeit. Andererseits zeigt sich, dass die meisten Führungskräfte dem „Steuern nach Zahlen“ noch immer verhaftet sind. Andere legen bei ihrem täglichen Führungsverhalten Wert auf Netzwerke, Solidarität, Kooperation oder Fürsorge. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie.

400 Tiefeninterviews durchgeführt

Alle Hefte im ÜberblickWas beschäftigt Führungskräfte in Zeiten des demografischen Wandels, der Digitalisierung und der Globalisierung? Dieser Frage ging eine Studie zu guter Führung nach, die die „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ durchgeführt hat, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert wird. Dabei wurden 400 Führungskräfte aus unterschiedlichen Branchen, Firmen und Unternehmensebenen in Tiefeninterviews befragt, darunter 137 Vorstandsmitglieder.

Prozesse, Kooperation und Wertschätzung

Ein Ergebnis lautet, dass sich mehr als drei Viertel aller Befragten einen Paradigmenwechsel in der Führungskultur wünscht. Sie erteilen traditionellen Ansätzen mit einem von oben nach unten steuernden Management und einer Renditefixierung eine Absage. Für sie stehen zukünftig Prozesskompetenz, Kooperationsfähigkeit, die Organisation von Netzwerken, Flexibilität und Wertschätzung als wichtige Bestimmungsgrößen erfolgreicher Führung ganz oben auf der Rangliste. Andererseits wird deutlich, dass die meisten Befragten immer noch der Steuerungsmentalität anhängen. Sie bilden die größte Gruppe der fünf folgenden Führungstypen.

Häufiger: Zahlenorientierung und Netzwerke

Die größte Gruppe kann mit dem Führungstyp „Steuern nach Zahlen“ beschrieben werden. Ihr gehören 29 Prozent aller Befragten an. Ziel dieser Führungskräfte ist eine möglichst attraktive Rendite für die Kapitaleigner. Nach diesem Verständnis erhöht gute Führung die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, indem eine Strategie erarbeitet wird, Ziele aufgestellt und Kennzahlen erfasst werden.

An zweiter Stelle folgt mit rund 24 Prozent der Typ „Stimulation von Netzwerkdynamik“. Seine Vertreter lassen Raum für Eigeninitiative und begünstigten die Vernetzung aller Akteure im Unternehmen. Sie wollen die dynamischen Märkte mit eigenen Netzwerken bewältigen.

Seltener: Solidarität, Kooperation und Fürsorge

Mit rund 18 Prozent liegt auf Platz drei der Führungstyp „Solidarisches Stakeholder-Handeln“. Eine gute Führungskraft motiviert danach, indem sie ihre Mitarbeiter wertschätzt, Freiräume schafft und den Sinn gemeinsamer Arbeit betont. Sie ist offen für basisdemokratische Teilhabe und soziale Verantwortung.

Geprüfte Fachinfos
in zwei neuen Ausgaben der Zeitschrift lesen –
mit 30% Preisvorteil.
Hier mehr erfahren.

16 Prozent der Befragten wurden dem vierten Führungstyp „Coaching kooperativer Teamarbeit“ zugeordnet. Eine gute Führungskraft unterstützt die Zusammenarbeit in dezentralen und flexiblen Teams. Sie achtet auf Vielfalt, Transparenz und gegenseitige Unterstützung.

Rund 14 Prozent bilden den fünften Typ „Traditionell absichernde Fürsorge“. Danach will eine gute Führungskraft ihren Mitarbeitern Sicherheit geben und ihnen den Rücken stärken. Sie ist kompetent und ehrlich. Ihr Ziel ist es, Arbeitsplätze zu sichern und tragfähige Beziehungen aufzubauen.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2014. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Initiative Neue Qualität der Arbeit (Hrsg.). (2014). Führungskultur im Wandel: Kulturstudie mit 400 Tiefeninterviews [PDF, 1 MB]. Berlin: Herausgeber.

In der Ausgabe „Lernen 4.0“ zeigen Weiterbildungsexperten, wie sich (ältere) Mitarbeiter und Führungskräfte durch Reflexion, digitale Spiele, MOOCs und kollegiale Beratung weiterentwickeln können.

Die Wirtschaftspsychologie aktuell im Schnupper-Abo testen.

Den monatlichen Newsletter der Zeitschrift bestellen.

Im Archiv ab 2001 blättern.