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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

12. September 2014

Faires Verhalten ist von einem Zipfel des Stirnhirns abhängig

In einem Experiment schalteten Neurowissenschaftler einen Zipfel des Stirnhirns aus. Ergebnis: Die Teilnehmer wurden dadurch unfairer und waren nicht mehr bereit, Geld mit anderen zu teilen.

Alle Hefte im ÜberblickDie Studie wurde von einem sechsköpfigen Forscherteam um die Bonner Psychologin und Neurowissenschaftlerin Sabrina Strang durchgeführt. Ihre Ergebnisse wurden gerade in der Onlineausgabe der Fachzeitschrift Social Cognitive and Affective Neuroscience veröffentlicht.

Eine Magnetspule legte Fitzelchen des Stirnlappens lahm

Im Experiment sollten 17 Teilnehmer einen Geldbetrag mit einer anderen Person teilen. In einem Fall konnten sie völlig frei über den zu teilenden Betrag bestimmen. Im anderen Fall drohte bei unfairer Teilung eine Geldstrafe.

Bei einigen Durchgängen wurde durch das starke Magnetfeld einer Spule, die sich über dem Kopf der Teilnehmer befand, der obere Zipfel des Stirnhirns ausgeschaltet – durch die sogenannte transkranielle Magnetstimulation. Sie ist ungefährlich. Das ruhiggestellte Areal feuert nach wenigen Minuten wieder.

Mutation zum Egoisten nach Stirnhirnausfall

Ergebnis: Nach Ausschaltung des rechten seitlich-oberen Stirnlappens behielten die Teilnehmer mehr Geld für sich und teilten weniger. Sie waren also egoistischer und unfairer, selbst dann, wenn eine Strafe drohte.

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Bernd Weber aus der Forschergruppe sagt dazu: „Es ist ganz erstaunlich, dass sich ein solch komplexes Verhalten möglicherweise auf eine einzige Gehirnstruktur zurückführen lässt.“ Und weiter: „Es gibt allerdings noch keine Möglichkeit, die Gehirnstruktur bei einer Unterfunktion langfristig zu aktivieren, um faires Verhalten zu befördern.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2014. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Sabrina Strang (Center for Economics and Neuroscience, Universität Bonn), Jörg Gross (Department of Cognitive Neuroscience, Maastricht University), Teresa Schuhmann, Arno Riedl, Bernd Weber & Alexander Sack (2014). Be Nice if You Have to – The Neurobiological Roots of Strategic Fairness (PDF). Social Cognitive and Affective Neuroscience, First published online, September 3, 2014.

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