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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

19. April 2013

Weniger Vorstandsvorsitzende deutscher Unternehmen wechseln

2012 verließen weniger Vorstandsvorsitzende im deutschsprachigen Bereich das Unternehmen als im Vorjahr. Die Wechselquote an der Unternehmensspitze war in Deutschland, Österreich und der Schweiz niedriger als im weltweiten oder europäischen Vergleich. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie zur Fluktuation von CEOs.

The 2012 Chief Executive Study

Die Untersuchung „The 2012 Chief Executive Study” – eine Erhebung zur Nachfolge von Chief Executive Officers (CEO) oder Vorstandsvorsitzenden in den größten Unternehmen – wurde von der internationalen Strategieberatung Booz & Company durchgeführt. Dabei wertete sie aus, wie in den 2.500 weltweit größten börsennotierten Unternehmen die Vorstandsvorsitzenden ausschieden. Darunter waren 300 große Unternehmen aus dem deutschsprachigen Bereich: Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wie sah dort der Amtswechsel von CEOs aus?

Deutschsprachiger Raum war Hort der Stabilität

Weniger Vorstandsvorsitzende in Deutschland verließen 2012 das Unternehmen. Nur 11,7 Prozent der CEOs der 300 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz schieden 2012 aus dem Amt. 2011 waren es noch 16,7 Prozent.

Weltweit stieg die Wechselquote an. Die Wechselquote von Unternehmenslenkern stieg weltweit an, von 14,2 Prozent 2011 auf 15 Prozent 2012. Europaweit stieg sie von 14,8 Prozent 2011 auf 15,3 Prozent 2012 an. In den Wachstumsregionen Brasilien, Russland und Indien war die Wechselquote 2012 mit 23,7 Prozent am höchsten und stieg auch gegenüber dem Vorjahr an, als sie noch bei 22 Prozent lag. Deutschland ist also im internationalen Vergleich ein Hort der Stabilität, was den Jobwechsel von Geschäftsführern angeht.

Vorstandsvorsitzende blieben kürzer im Amt. Die Amtszeit von CEOs nahm im letzten Jahr ab. In Deutschland sank sie von 7,6 Jahren (2011) auf 6,2 Jahre (2012). Im europäischen Mittel nahm sie von 6,9 Jahren (2011) auf 5,1 Jahre (2012) ab.

Die Wechsel an der Unternehmensspitze verliefen planvoll. Im deutschsprachigen Raum wechselten 79,5 Prozent der CEOs das Unternehmen wie vorgesehen. Nur 14,5 Prozent der Vorstandsvorsitzenden wurden zum Rücktritt gezwungen. 6 Prozent schieden wegen Unternehmensfusionen aus.

Das Durchschnittsalter der CEOs im deutschsprachigen Bereich lag bei 58,5 Jahren. In Europa waren 2012 die Geschäftsführer durchschnittlich 57,5 Jahre alt.

Die Vorstandsetagen wurden internationaler. In Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen vergangenes Jahr 37 Prozent der Vorstandsvorsitzenden aus einem andern Land. 68 Prozent von ihnen konnten zuvor langjährige Erfahrungen im Ausland sammeln.

Nur eine einzige Frau schaffte es letztes Jahr in den 300 größten deutschsprachigen Unternehmen auf einen Chefposten. Also nur 0,3 Prozent, was extrem ernüchternd ist. Weltweit gingen immerhin 5 Prozent der neuen CEO-Posten an Frauen.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2013. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Ken Favaro, Per-Ola Karlsson & Gary L. Neilson (2013). Time for New CEOs: The 2012 Chief Executive Study. Chicago/New York: Booz & Company.

Viele deutsche Vorstandsvorsitzende verließen 2011 das Unternehmen

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