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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

18. April 2013

Der Erfolg von Unternehmerinnen hängt mit Rollenbildern in der Ehe zusammen

Séverine Le Loarne, Professorin für Innovation Management an der Grenoble Ecole de Management, hat mit ihrem Forschungsteam herausgefunden, dass der Erfolg von Unternehmerinnen mit der Wahrnehmung von Geschlechterrollen in der Ehe zusammenhängt. Le Loarnes konnte in einer Studie mit zwölf Paaren in vier skandinavischen Ländern vier Arten von Gender-Stereotypen in der Ehe ausmachen, die für das Unternehmen der Frau erfolgsrelevant waren:

Beide sind von Gleichberechtigung überzeugt. Wenn beide Partner von der Gleichheit der Geschlechter überzeugt sind und der Ehemann seine Frau unterstützt, ist der Erfolg garantiert. „Die Unternehmerinnen verdienen gut, schaffen Arbeitsplätze und ziehen Investoren an“, erklärt Le Loarne.

Beide haben traditionelle Rollenbilder. Bei Paaren, bei denen beide Partner an traditionelle Geschlechterrollen glauben, ist der Erfolg der Unternehmerinnen begrenzt. Die Firma kann überleben, bleibt aber meist ein Ein-Frau-Unternehmen, das keinen bedeutenden Gewinn erzielt. „Diese Frauen sehen ihr Business als Nebenbeschäftigung zu ihrem Privatleben, mit dem sie sich in ihrer Arbeit selbst verwirklichen können und geben ihm keine Priorität“, so die Forscherin. Der Ehemann unterstützt seine Frau, solange ihr berufliches Engagement ihre  Arbeit im Haushalt nicht zu sehr beeinträchtigt.

Die Frau hat ein traditionelles Rollenbild, der Mann glaubt an Gleichberechtigung. Dieselbe Situation, dass die Ehe an erster Stelle steht, ergibt sich auch, wenn die Frau ein traditionelles Rollenbild hat, der aber Mann von der Gleichberechtigung überzeugt ist und seine Frau als moderne Unternehmerin unterstützt.

Die Frau ist von der Gleichberechtigung überzeugt, der Mann hat ein traditionelles Rollenbild. Die schwierigste Konstellation zeigt sich, wenn die Frau an Gleichberechtigung glaubt, der Mann traditionellen Geschlechterrollen verhaftet ist. Je größer der Erfolg der Unternehmerin, desto mehr Spannungen gibt es dann in der Ehe.

Die Studie zeigt, dass Unternehmerinnen ihr Privatleben nicht von ihrer Arbeit trennen. Frauen zielen dabei weniger auf Leistung als auf Selbstverwirklichung. Deshalb fordert LeLoarne, dass Unternehmertum nicht nur danach beurteilt wird, wie viel Geld verdient und wie viele Jobs geschaffen werden: „ Ähnlich gemeinnützigen und genossenschaftlicher Tätigkeit bietet die Tätigkeit als Unternehmerin Frauen eine Alternative. Politiker sollten sich davon inspirieren lassen und die Entwicklung von Unternehmerinnen fördern.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2013. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Nikina, A., Le Loarne, S. & Shelton, L. (2013). Le role de la relation de couplet et du soutient [Abstract]. Revue de l'Entrepreneuriat, Mai.

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