Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

7. Dezember 2012

Sinn und Freude gehen durch Überregulierung verloren

Viele Führungskräfte sind der Ansicht, dass es zu viele festgelegte Abläufe gibt. Über 70 Prozent meinen, dass dadurch Sinn und Freude verloren gehen. Das ist das Ergebnis einer neuen Umfrage unter Führungskräften und Mitarbeitern im deutschsprachigen Raum. Außerdem wurden die Manager zu virtueller Führung und zu Führungskompetenzen befragt.

Führungskräfte, Fachkräfte und Mitarbeiter befragt

Die Umfrage wurde vom Gmunder Beratungsunternehmen ComTeam durchgeführt. Im April 2012 wurden rund 5.000 Mitarbeiter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgefordert, an der Onlinestudie teilzunehmen. 447 Personen füllten den Fragebogen aus – unter anderem zu den Themen Regulierung, virtuelle Führung und Führungskompetenzen. 13 Prozent der Befragten gehörten zum Topmanagement. 54 Prozent führten auf der mittleren oder unteren Managementebene. 13 Prozent waren Fachkräfte und 20 Prozent Mitarbeiter ohne Führungsaufgaben.

Ergebnis: zu viele geregelte Abläufe

Regulierung. Die meisten Mitarbeiter und Führungskräfte im mittleren Management sind der Meinung, dass es zu viele fest geregelte Abläufe gibt. Zwar nützen diese Regelungen etwas, vor allem verbessern sie Qualität und Schnelligkeit und helfen Risiken zu vermeiden. Aber viele sehen die Nachteile der Überregulierung. 73 Prozent meinen, dass dadurch Sinn und Freude verloren gehen. Über die Hälfte bemängeln, dass Verantwortung auf die Prozesse übertragen und zu unpersönlich gesteuert wird. Auch Innovationen werden dadurch behindert.

Virtuelle Führung. 37 Prozent der befragten Führungskräfte geben an, selbst virtuell, das heißt mittels elektronischer Hilfsmittel über große Entfernung hinweg, zu führen. Fast zwei Drittel dieser Führungskräfte sagen aber, dass sie sich in dieser Rolle nicht besonders effektiv erleben. Immerhin erlebt sich ein Drittel der Befragten als effektive virtuelle Führungskraft. Vorteile virtueller Führung, so die Befragten, sind Kosteneinsparung, attraktive Arbeitsform und höhere Produktivität. Als Nachteile werden Abhängigkeit von der Technik, schwierige Kommunikation und mehr Missverständnisse und Konflikte genannt.

Führungskompetenzen. Als wichtigste Führungskompetenzen, die man sogar noch deutlich weiterentwickelt muss, um die heutigen Anforderungen zu erfüllen, nennen die Befragten (Reihenfolge von oben nach unten entspricht seltenerer Nennung):

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2012. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

ComTeam AG (Hrsg.). (2012). Führungsraum: Im Spannungsfeld von Regulierung, Virtualisierung und dem Kampf um Talente. Gmund am Tegernsee: Herausgeber.

Führungskräfte wollen Vorbild sein, handeln aber zuweilen entgegen ihrer Moral

Zur Ausgabe "Motiviert und glücklich"

Zum Schnupper-Abo der Wirtschaftspsychologie aktuell

Zur Newsletter-Anmeldung

Zum Archiv