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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

29. Oktober 2012

Wissensarbeitern ist selbstbestimmtes Arbeiten wichtig

In einer neuen Studie wurden Fachkräfte zu ihrer Arbeitssituation befragt, die sich selbst Wissensarbeiter nennen. Selbstbestimmtes Arbeiten ist ihnen besonders wichtig, und sie halten diese Freiheit auch für die erfolgversprechendste Maßnahme überhaupt. Die Wissensarbeiter sind selbstbewusst und in ihrem Büro gut ausgestattet. Hinsichtlich Selbstbestimmung und Vernetzung gibt’s Unterschiede zwischen Ist- und Soll-Zustand.

309 Wissensarbeiter befragt

Die Studie wurde vom Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants in Zusammenarbeit mit dem Personaldienstleister Hays und der Gesellschaft für Wissensmanagement durchgeführt. Von August bis September 2012 wurden dazu 309 festangestellte Fachkräfte befragt, die sich selbst als „Wissensarbeiter“ bezeichnen. Was sie jedoch genau für eine Funktion innehaben oder was sie tun, bleibt offen.

Ergebnis: selbstbestimmt und selbstbewusst

Arbeit und Arbeitsplatz
94 Prozent sagen, dass sie für ihre Tätigkeit technisch gut ausgestattet sind. 78 Prozent können problemlos auf Informationsquellen im Unternehmen zugreifen. Dass ihre Büroumgebung sich positiv auf ihre Arbeit auswirkt, meinen 75 Prozent. Folgende Eigenschaften sind den Wissensarbeitern besonders wichtig (mit abnehmender Wichtigkeit in dieser Reihenfolge):

Produktivitätssteigernde Maßnahmen
Folgende Maßnahmen sind den Wissensarbeitern besonders wichtig, um die Produktivität zu steigern:

Selbstbestimmtes Arbeiten
90 Prozent der Wissensarbeiter können selbst bestimmen, wie sie ihre Aufgaben erledigen. 62 Prozent können auch selbst entscheiden, wann und wo sie arbeiten. Beim letzten Punkt fällt auf, dass Ist- und Sollzustand (93 Prozent halten Selbstbestimmung für erfolgversprechend) voneinander abweichen.

Wertschätzung
86 Prozent fühlen sich in ihrem Unternehmen wertgeschätzt. Wissen wird in 71 Prozent der Unternehmen als wichtige strategische Ressource behandelt. Wissensarbeiter haben aber, wie 49 Prozent angeben, im Vergleich zu anderen Mitarbeitergruppen keine besondere Stellung im Unternehmen.

Interne und externe Vernetzung
87 Prozent sind der Meinung, dass Wissensarbeit Zusammenarbeit und Vernetzung über die Abteilungsgrenzen hinweg erfordert. 61 Prozent finden, dass der fachliche Austausch über die Unternehmensgrenzen hinweg schon gefördert wird – auch hier eine Abweichung zwischen Ist- und Sollzustand. Zur Vernetzung wird am meisten der persönliche Austausch geschätzt, z.B. auf Fachkonferenzen (69 Prozent) oder auf Messen (44 Prozent). Social Media wird nur von einem Viertel als wichtig für die Vernetzung angesehen.

Wechselbereitschaft
58 Prozent sind bereit, das Unternehmen zu wechseln, um sich fachlich weiterzuentwickeln. 77 Prozent sind sich sicher, immer einen Job zu finden, der attraktiv ist und ihrer Qualifikation entspricht. 74 Prozent meinen, dass andere sie in ihrer Position nur schwer ersetzen können.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2012. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Frank Schabel (Hays AG ), Dr. Andreas Stiehler (Pierre Audoin Consultants GmbH), Dr. Stefan Rehm (Gesellschaft für Wissensmanagement), Silvia Hänig (Interim Manager Kommunikation). (2012). Wissensarbeiter und Unternehmen im Spannungsfeld. Ergebnisse einer empirischen Befragung unter festangestellten Wissensarbeitern (PDF). Mannheim: Hays AG.

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