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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

21. Februar 2012

Trend zur individualisierten Personalarbeit

Mit einer maßgeschneiderten Personalarbeit können Unternehmen Phänomenen wie der Individualisierung wirksam begegnen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Vier Tendenzen hat Professor Manfred Becker mit seinem Team untersucht und dazu 87 Experten - vor allem Personalverantwortliche - aus unterschiedlichen Branchen befragt: 

„Die Menschen ziehen sich zunehmend aus gemeinschaftlichen Bezügen zurück, ihre Lebensverhältnisse vervielfachen sich, Lebensentwürfe zersplittern und lustvolle Erlebnisse unter Vermeidung von Belastendem stehen im Vordergrund“, sagt Becker. Man habe es sozusagen mit einer Quadriga der Postmoderne zu tun. Diese Tendenzen seien in den Unternehmen nachweisbar und verändern das Miteinander stark.

Personalarbeit in der Postmoderne: individuell und begeisternd

Der Trend zur Individualisierung wird von den Befragten positiv erlebt, die Fragmentierung hingegen negativ. „Wir konnten nachweisen, dass bestimmte personalwirtschaftliche Maßnahmen die positiven Effekte der Individualisierung stärken und die negativen Effekte von Fragmentierung mildern", sagt Anja Beck, Mitarbeiterin am Lehrstuhl Organisation und Personalwirtschaft.

Dazu gehören die Duldung und Förderung von Vielfalt, eine systematische Personalentwicklung, das Anregen zu innovativem Denken und das Erzeugen von Begeisterung (Stichwort „transformationale Führung“). Darüber hinaus sollte es angemessene Arbeitsbedingungen und eine in Grenzen praktizierte Flexibilität der Beschäftigungsverhältnisse geben.

Die Instrumente sollten so gestaltet sein, dass die individuellen Bedürfnisse und Leistungsvoraussetzungen der Mitarbeiter bestmöglich mit den durch die Organisation geschaffenen Situationsbedingungen übereinstimmen.

Es sei den Firmen dringend zu empfehlen, die Phänomene der Postmoderne ernst zu nehmen und personalwirtschaftliche Instrumente so zu gestalten, dass die Mitarbeiter ihren Lebensstil praktizieren können und trotzdem motiviert und engagiert arbeiten.

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Spitzenarbeitsbedingungen durch gute Personalarbeit

Zielorientierung und Personalarbeit

Kompetenzmodelle bei der Personalarbeit

Zur Ausgabe "Professionelle Personalauswahl"

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