Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

10. Februar 2012

Drei Prozent wechseln Berufsfeld

Pro Jahr wechseln gut drei Prozent der Beschäftigten ihr Berufsfeld. Das hat eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) herausgefunden. Dabei kommen freiwillige Wechsel mit 54 Prozent etwas häufiger vor als unfreiwillige Wechsel.

Zu den freiwilligen Wechslern zählen Personen, die selbst gekündigt haben, auf eigenen Wunsch versetzt worden sind oder befördert wurden. Unfreiwillig sind Wechsel nach einer Kündigung durch den Arbeitgeber oder dem Auslaufen eines befristeten Vertrags und die Versetzung auf eine andere Position, die nicht vom Arbeitnehmer ausging.

Weniger Lohn nach gewechseltem Beruf

Dabei geht der Berufswechsel in Deutschland in der Regel mit Einbußen im Lohnwachstum einher – gleichgültig, ob es sich um einen freiwilligen oder unfreiwilligen Wechsel handelt. Das zeigt eine Analyse der Lohnentwicklung von Berufswechslern und Nichtwechslern im Zeitraum von 1994 bis 2008. Nach dem Wechsel steigen die Löhne zwar wieder, die Entwicklung bleibt aber hinter der bei den Nichtwechslern zurück.

Zertifikate in Deutschland, Erfahrung in Großbritannien

Die Autorinnen der Studie haben zudem die Zahlen für Deutschland mit denen für Großbritannien verglichen. Dabei gibt es in Großbritannien dreimal mehr Berufswechsel als in Deutschland. Ein Grund dafür ist, dass das deutsche System der Berufsausbildung in Großbritannien keine Entsprechung hat. Während es in Deutschland eine starke Orientierung an Berufszertifikaten gibt, spielen diese in Großbritannien eine geringere Rolle. Das wiederum führt zu einer stärkeren Gewichtung von Arbeitsmarkterfahrung und erleichtert somit generell den Wechsel zwischen verschiedenen Tätigkeiten.

Die IAB-Studie beruht auf repräsentativen Befragungsdaten und Studie bezieht sich auf abhängig beschäftigte Personen, die zwischen 25 und 64 Jahre alt sind und ohne längere Arbeitslosigkeit zwischen den beiden Beschäftigungen den Beruf gewechselt haben. Unter „Beruf“ ist dabei eine Berufsgruppe zu verstehen wie „Wissenschaftliche Lehrkräfte“, „Technische Fachkräfte“ oder „Fachkräfte in der Landwirtschaft und Fischerei“.

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Natascha Nisic und Parvati Trübswetter (2012). Berufswechsler in Deutschland und Großbritannien (PDF). IAB Kurzbericht: Aktuelle Analysen aus dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 1/2012.

Zur Ausgabe "Professionelle Personalauswahl"

Zur Ausgabe "Herausforderung Stress"

Zum Schnupper-Abo der Wirtschaftspsychologie aktuell

Zur Newsletter-Anmeldung

Zum Archiv