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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

20. Oktober 2010

Abstand von der Arbeit hilft beim Erholen

Gleich zwei Studien im Journal of Applied Psychology liefern neue Ergebnisse zur Frage, wie wichtig der Abstand von der Arbeit nach Feierabend ist.

Der empfundene Abstand von der Arbeit (psychological detachment) ist das Gefühl, der Arbeit und dem Arbeitsplatz fern zu sein und nicht mehr in Arbeitsaktivitäten (Telefonieren, E-Mail lesen, zu Hause arbeiten) eingebunden zu sein.

Zufriedener durch mehr Abstand

Die Arbeitsgruppe um Charlotte Fritz befragte insgesamt 107 Arbeitnehmer (45 Prozent davon in Führungspositionen) und jeweils einen ihrer Kollegen, der den Befragten gut kannte und einschätzen konnte.

Wirtschaftspsychologie aktuell

Je mehr sich die Befragten in ihrer Freizeit von der Arbeit trennen konnten, desto zufriedener und weniger erschöpft wurden sie von ihrem Kollegen eingeschätzt. Auch bei der Arbeitsleistung zeigte sich: Zu wenig Abstand von der Arbeit machte unproduktiv.

Abstand wirkt als Puffer

Sabine Sonnentag und ihre Mitarbeiterinnen untersuchten 309 Mitarbeiterinnen von Non-Profit-Organisationen.

Das Ergebnis: Mitarbeiter, die in ihrer Freizeit gut abschalten konnten, beugten damit Burnout und psychosomatischen Beschwerden vor. Abstand von der Arbeit führte zu Wohlbefinden und mehr Engagement am Arbeitsplatz.

Kultur des Abschaltens

Beide Forschungsgruppen fordern eine Kultur des Abschaltens. Nach Feierabend sollten keine dienstlichen E-Mails mehr bearbeitet oder geschäftliche Telefonate geführt werden.

Entgegen dem Trend jederzeit erreichbar zu sein, sind Führungskräfte dafür verantwortlich ihre Mitarbeiter in deren Freizeit vor zusätzlichen Aufgaben abzuschirmen.

Auch ein Ritual vorm oder beim Nachhausegehen kann helfen Abstand zu gewinnen: z.B. auf der Zugfahrt nach Hause meditieren oder eine Liste mit den Aufgaben für morgen schreiben und diese auf den Schreibtisch legen.

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Sonnentag, Sabine, Binnewies, Carmen & Mojza, Eva J. (2010). Staying well and engaged when demands are high: The role of psychological detachment (Abstract). Journal of Applied Psychology, 95, 965-976.

Fritz, Charlotte, Yankelevich, Maya, Zarubin, Anna & Barger, Patricia (2010). Happy, healthy, and productive: The role of detachment from work during nonwork time (Abstract). Journal of Applied Psychology, 95, 977-983.

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