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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

22. September 2010

Unmotivierte Ältere? Ein ungerechtfertigtes Vorurteil

Das Lebensalter von Arbeitnehmern steht in keinem bedeutsamen Zusammenhang mit ihrer Motivation, im Unternehmen tatkräftig mitzuarbeiten. Allerdings lässt sich ein indirekter Zusammenhang zwischen Lebensalter und Motivation nachweisen: Wenn ältere Arbeitnehmer im Firmenalltag wiederholt erleben, dass sie allein wegen ihres Alters benachteiligt oder gering geschätzt werden, verfestigt sich der Eindruck, dass die Unternehmensleitung ihrer Arbeit wenig Rückhalt und Verständnis entgegenbringt. So wächst die Neigung, Misserfolge eigener Initiativen zu fürchten und für wahrscheinlich zu halten. Dies, und nicht allein das Lebensalter, kann den leistungsorientierten Einsatz für das Unternehmen schwächen.

Das ist das Ergebnis einer Studie von Tanja Rabl, Wirtschaftswissenschaftlerin und Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Personalwesen und Führungslehre an der Universität Bayreuth. Im Rahmen ihrer Studie befragte sie rund 1250 Arbeitnehmer sechs großer Unternehmen diverser Branchen in Deutschland. Ungefähr die Hälfte gehörte zu den älteren Arbeitnehmern (50 bis 64 Jahre), die andere Hälfte zu den deutlich jüngeren (30 bis 40 Jahre).

„Je seltener ältere Mitarbeiter mit dem Vorurteil konfrontiert werden, dass sie weniger leisten können und weniger leisten wollen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich mit unverminderter Leistungsorientierung für ihr Unternehmen einsetzen. Nachhaltige Maßnahmen gegen Altersdiskriminierung sind daher ein nicht zu unterschätzendes Instrument, mit dem Unternehmen ihre Position im Wettbewerb verbessern können“, erklärt Rabl.

Aus: Wirtschaftspsychologie aktuell, 3/2010, Schwerpunkt "Besser durch Beratung"

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Tanja Rabl (2010). Age, discrimination, and achievement motives: A study of German employees (Abstract). Personnel Review, 39, 448-467.

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