Wirtschaftspsychologie Aktuell - Aktuelle Ausgabe

Anzeige

Storypainting: Erfolgreich online präsentieren mit Wort und Stift

Jörg Blömeling / Neue Kommunikative

01.09.2021

Storypainting: Erfolgreich online präsentieren mit Wort und Stift
Storypainting sichert Ihnen die volle Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer*innen bei der Online-Präsentation. (Abbildung: Neue Kommunikative)

Storypainting, eine neue Methode der Online-Präsentation, sorgt dafür, dass sich visuelle und akustische Anteile Ihrer Präsentation optimal ergänzen, und verleiht ihr eine ganz persönliche Note. Einfach mit den Zuhörenden das Tablet teilen, den Tablet-Stift schnappen, plaudern und dazu skizzieren.

Das Problem: Online-Präsentationsqualen

Schauen Sie selbst:

 

Diese und alle folgenden Abbildungen: Neue Kommunikative
Diese und alle folgenden Abbildungen: Neue Kommunikative

Was passiert in diesem Fall?
Die Teilnehmenden versuchen, das Dokument visuell zu verarbeiten und hören gleichzeitig zu, was der/die Präsentierende dazu sagt. Was hier von den Teilnehmenden erwartet wird, nennt man in der Psychologie Mehrfachaufgabenperformanz oder umgangssprachlich Multitasking.

Die entscheidende Einflussgröße bei der Mehrfachaufgabenperformanz ist der Schwierigkeitsgrad der simultan zu bewältigenden Aufgaben. Je anspruchsvoller die einzelne Aufgabe, desto schneller ist die Kapazitätsgrenze der intellektuellen Verarbeitung erreicht und es findet eine Selektion statt. Konkret bedeutet dies im Rahmen einer Online-Präsentation:

Die Folge: Die Inhalte werden nicht vollumfänglich verstanden, der Präsentation kann nicht mehr gefolgt werden, die Aufmerksamkeit schwindet, Ablenkungen in jeglicher Form sind Tür und Tor geöffnet.

Die Lösung: Lieber kurz malen

Zwei Wochen später:

Hören und Sehen werden zu einer Einheit, die die Aufnahmekapazität der Teilnehmenden nicht überfordert, sondern deren Aufmerksamkeit erhöht. Die Skizze ist nur verständlich durch die Ergänzungen des Präsentierenden.

Butter bei die Fische – Vorteile von Storypainting-Präsentationen

  1. Hören und Sehen ergänzen sich.
  2. Hingucker-Effekt oder auf Englisch: No-Split-Attention-Effekt.
  3. Nähe und Sympathie durch Handzeichnungen. Perfektion schafft Aggression.
  4. Die Zuhörenden erinnern sich Dank der Skizzen an deutlich mehr. Unser Gehirn denkt in Bildern.

 "Toller Ansatz – aber ich kann nicht malen"

Diesen Satz höre ich in meiner Funktion als Inhaber des Trainingsunternehmens Neue-Kommunikative häufiger, wenn es um Storypainting-Präsentationen geht.

Test:
Nehmen Sie bitte einen Stift und ein Blatt Papier: Zeichnen Sie einen Kreis, ein Quadrat, ein Dreieck, einen Strich und ein Strichmännchen. Wenn Sie das hinbekommen, können Sie Storypainting-Präsentationen halten.

Ein gute Storypainting-Skizze verdeutlicht unmittelbar die Essenz einer Idee ganz einfach und reduziert. 3-D-Effekte, Schattierungen und Details lenken ab!

Die Bilder in diesem Artikel wären für Storypainting-Präsentationen viel zu detailliert, zu aufwendig, zu künstlerisch – das ist reines Marketing.

Sofort Anwenden: Just Do it oder doch mit Methode?

Meine höchst unwissenschaftlichen Beobachtungen in Präsentationstrainings zeigen, dass es drei Zeichentypen gibt:

1. Die "Wo-ist-der-Stift-Menschen": Das sind die Personen, die sofort ohne Scheu das Flipchart oder andere Visualisierungsmedien stürmen. Sie zeichnen drauf los, ohne sich über ihr Zeichentalent Gedanken zu machen. Diese Personen sind auch entzückt von ihren primitivsten Schöpfungen. Von einer Seminargruppe mit 12 Personen gehören oft drei zu dieser Gruppe.

Empfehlung für diese Gruppe: Just Do it.

2. Die "Ich-kann-zwar-nicht zeichnen-aber-Menschen": Diese Personen beobachten mit Freude die Zeichnungen anderer und geben wertvolle Hinweise. Es braucht allerdings etwas Überzeugungskraft, um sie mit sanfter positiver Verstärkung zu ihrem zeichnerischen Glück zu bringen. Sobald sie sich überwunden haben, entstehen oft strukturierte Meisterwerke. Von 12 Personen sind das circa sechs.

3. Die "Ich-bin-kein-visueller-Mensch-Menschen": Man erkennt sie daran, dass sie sich zurücklehnen und erstmal die Arme verschränken, sobald jemand das Flipchart nutzt und zeichnet. Sie sagen in den nächsten Minuten nichts und beobachten argwöhnisch die Zeichnungen. Man kann sie zum Mitmachen animieren, man muss nur mehrfach nach ihrer Meinung fragen. Es lohnt sich!
Sie bringen oft hoch spannende Fakten. Wenn sie dann widerwillig und leicht genervt zum Stift greifen zeichnen sie oft das klarste Bild von allen. Von 12 müssen das jetzt wohl drei Personen sein.

Empfehlung für Gruppe zwei und drei: Mit Methode zum Storypainting.

Interesse?

Online-Seminar "Storypainting-Präsentationen – erfolgreich Online präsentieren".

Dauer: Zwei Seminartage und 2 x 4 Std. Übungseinheiten

Wer: Unternehmensintern oder als offenes Training online am: 9./10. Dezember 2021 von 9 bis 17 Uhr und 13./20. Dezember von 9 bis 13 Uhr.

Ausstattung: Ein Tablet schadet nicht – ist aber keine Voraussetzung!

Preis offenes Training: 1.490 € pro Person (max. 12 Personen)

Anmeldung, Fragen, Wünsche: info@neue-kommunikative.de

Denn:

Zum Autor und Trainer

Jörg Blömeling ist Inhaber von dem Trainingsunternehmen Neue-Kommunikative. Er ist spezialisiert auf die Themen Präsentation und Grenzgespräche. Zu den Kund*innen des Unternehmens zählen u. a. Firmen aus den Bereichen Automobil, Pharma und Werbung/Media. Weitere Informationen unter: www.neue-kommunikative.de.

Weitere Artikel