Personal

Proaktivität als fester Bestandteil des Unternehmensleitbilds

Redaktion

10.03.2009

Proaktivität als fester Bestandteil des Unternehmensleitbilds -
Proaktivität als fester Bestandteil des Unternehmensleitbilds -
Proaktive Mitarbeitende sind wichtig für ein Unternehmen. (Foto: andrea-piacquadio_pexels.com)

Engagierte Mitarbeiter sind immer gern gesehen. Wenn sie von sich aus auf Probleme im Unternehmen hinweisen, kann sich das in barer Münze auszahlen. Das Stichwort ist dabei Proaktivität.

Proaktivität: von sich aus aktiv werden 

Proaktive Mitarbeiter initiieren von sich aus strategisch wichtige Handlungen, ohne dabei maßgebliche Impulse von außen zu bekommen. Zum proaktiven Verhalten zählt z.B.: 

  • Dinge ansprechen: Ein Mitarbeiter spricht von sich aus entscheidende Themen gegenüber dem Vorgesetzten oder in einem Meeting an und schafft es damit, den Status quo in Frage zu stellen.
  • Den Vorgesetzten überzeugen: Manchmal muss der Chef davon überzeugt werden, dass es so wie gehabt nicht weitergeht. Proaktive Mitarbeiter verstehen es dabei, die zu ändernden Arbeitsprozesse nicht als Fehler der Führungskraft erscheinen zu lassen.
  • Verbesserungen anstoßen: Prozesse, Produkte, Potenziale – vieles kann im Unternehmen verbessert werden. Proaktive Mitarbeiter sehen das Verbesserungspotenzial und wirken im Kollegenkreis auf die entsprechende Umsetzung hin.
  • Hilfestellung leisten: Mitarbeiter mit Eigeninitiative helfen Kollegen oder bieten ihnen von sich aus fachliche Unterstützung an.

Wann zahlt sich Proaktivität aus? 

Doch nicht immer wird Proaktivität vom Vorgesetzten gleichermaßen geschätzt. Adam Grant von der University of North Carolina und seine Kolleginnen Sharon Parker und Catherine Collins von der University of Sheffield zeigen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Personnel Psychology, wann sich proaktives Verhalten auszahlt und wann nicht. Sie haben dazu die Einstellungen von Führungskräften (N = 103) und Feuerwehrleuten (N = 55) zur Proaktivität und die Einschätzungen dazu vom jeweiligen Vorgesetzten analysiert. 

Engagierte Mitarbeiter mit guter Laune sind besser dran 

Das Ergebnis: Proaktives Verhalten geht nur dann mit einer günstigen Bewertung der Arbeitsleistung seitens des Vorgesetzten einher, wenn der Mitarbeiter unternehmenskonforme Werte vertritt und eher gut gelaunt ist. Die Erklärung dahinter: Vorgesetzte versuchen, insgeheim die Ursache für die Eigeninitiative des Mitarbeiters zu erklären. Stimmt das Verhalten des Mitarbeiters mit denen des Unternehmens überein und ist seine Stimmung positiv, gilt er auch als Urheber seines proaktiven Verhaltens. Proaktivität schlägt sich dann positiv auf die Mitarbeiterbewertung nieder. 

Eigeninitiative gehört ins Unternehmensleitbild 

Da sich Eigeninitiative für das Unternehmen meistens auszahlt, fordern die Autoren, dass sich ein Unternehmer nicht allzu sehr von seinen ursächlichen Zuschreibungen (Kausalattributionen) der Proaktivität leiten lassen soll. Proaktives Verhalten soll stattdessen fester Bestandteil des Unternehmensleitbilds werden.