Wirtschaftspsychologie Aktuell - Aktuelle Ausgabe

Personal

Nachhaltigkeit trainieren

Yvonne Glock, Johanna Veith

10.12.2020

Nachhaltigkeit trainieren
Beim Themenfeld Nachhaltigkeit besteht in Unternehmen weiterhin Entwicklungsbedarf. (Foto: Mert Guller / unsplash.com)

Seit der Veröffentlichung des sogenannten CSR-Grünbuches im Jahr 2001 hat sich in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit (CSR als unternehmensseitiger Teil der Nachhaltigkeit) in deutschen Unternehmen schon einiges getan. Doch auch 20 Jahre später ist das Thema Nachhaltigkeit nicht in allen Unternehmen integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und wird vor allem nicht in allen Abteilungen konsequent als Bestandteil des täglichen Arbeitens umgesetzt.

 

Auch wenn in Unternehmen zunehmend mehr Themen bottom-up durch die Mitarbeiter angestoßen werden, müssen gerade beim Themenfeld der Nachhaltigkeit die Führungskräfte federführend bei der Initiierung der Anpassung der Systeme, Strukturen und Prozesse sein. Nachhaltigkeit braucht Führung. Hierfür müssen Führungskräfte sensibilisiert und ihre Methoden-, Sozial und Fachkompetenz in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit erweitert werden.

Nachhaltigkeitstraining für Führungskräfte

Zu diesem Zweck haben Prof. Dr. Yvonne Glock und Kollegen von der Hochschule Fresenius ein Nachhaltigkeitstraining konzipiert, das Führungskräfte für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren soll, die wesentlichen Handlungsfelder unternehmerischer Nachhaltigkeit thematisiert und dabei darauf bedacht ist, den Umsetzungsbezug im eigenen Unternehmen herzustellen. Das Training richtet sich an Führungskräfte eines Unternehmens und müsste angepasst werden, wenn Führungskräfte aus unterschiedlichen Organisationen teilnehmen.

Das Trainingskonzept besteht aus den folgenden fünf Trainingsmodulen, die insgesamt drei Tage umfassen:

  1. Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor für Unternehmen

    In diesem Modul sollen Ethik & Moral sowie das CSR-Konzept und seine Abgrenzung vermittelt werden. Außerdem wird das Thema Nachhaltigkeit in der Diagnostik besprochen.
  1. Stakeholderanalyse

    Besprochen werden in diesem Modul die Themen Stakeholderidentifikation, Stakeholderanalyse und Entwicklung von Stakholder-Dialogstrategien.
  1. Code of Conduct (CoC)

    In diesem Modul werden unternehmenseigene Verhaltensrichtlinien zu Kernthemen der ISO 26000 sowie ein Code of Conduct entworfen.
  1. KPIs und Berichterstattung

    Themen in diesem Modul sind unter anderem: Bedeutung und Struktur der GRI-Standards, Grundprinzipien der Nachhaltigkeitsberichterstattung, Erhebung der Berichtsdaten und Erstellung des Nachhaltigkeitsberichtes.
  1. Implementierung und Stolpersteine

    Im letzten Modul wird eine Implementierungsstrategie besprochen. Außerdem geht es um die Einbindung in die Unternehmensstrategie, die interne Change-Management-Kommunikation, Key Role Players sowie mögliche Stolpersteine.

Eine vertiefende Darstellung der Trainingskonzeption beschreiben Yvonne Glock und Johanna Veith in der aktuellen Ausgabe 4/20 von „Wirtschaftspsychologie aktuell“. Die Ausgabe können Sie jetzt in unserem Onlineshop www.psychologenverlag.de bestellen.

Weitere Artikel