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Affektives Commitment stärkt das Wohlbefinden

Redaktion

02.11.2010

Affektives Commitment stärkt das Wohlbefinden -
Affektives Commitment stärkt das Wohlbefinden -
Fühlt man sich wohler, wenn man dem Unternehmen besonders verbunden ist? (Foto: andrea-piacquadio_pexels.com)

Fühlt man sich wohler, wenn man dem Unternehmen besonders verbunden ist? Dieser Frage sind John Meyer und Elyse Maltin in einem aktuellen Beitrag im Journal of Vocational Behavior nachgegangen. Sie sichteten bisherige Untersuchungen zur Beziehung zwischen Commitment und Wohlbefinden.

John Meyers Commitment

John Meyer, Professor für Organisationspsychologie an der University of Western Ontario, forscht schon seit 20 Jahren zu Commitment. Er begründete das Drei-Komponenten-Modell des Commitment. Commitment – die psychologische Bindung ans Unternehmen – kann danach auf drei verschiedene Arten erlebt werden:

  • wie stark man sich gebunden fühlt (affektives Commitment)
  • wie stark die erlebte Verpflichtung ist (normatives Commitment)
  • wie stark mögliche Kosten ohne Commitment gesehen werden (kostenvermeidendes Commitment)

Commitment und Wohlbefinden

Meyer und Maltin zeigen, dass nur das affektive Commitment eindeutig zu mehr Wohlbefinden führt. Das kostenvermeidende Commitment mindert hingegen Wohlbefinden und Zufriedenheit.

Wohlbefinden kann dabei „hedonisch“ oder „eudaimonisch“ sein. Beim hedonischen Wohlbefinden steht das angenehme Gefühl im Mittelpunkt. Das eudaimonische Wohlbefinden geht über das Glücklichsein hinaus und umfasst die empfundene Bedeutung, die Vitalität und die Zufriedenheit mit der jetzigen Lebenssituation.

Autonome Regulation

Was führt zu mehr affektivem Commitment und Wohlbefinden? Zu dieser Frage entwickelten Meyer und Maltin auf der Grundlage der bisherigen Forschungsergebnisse ein Commitment-Modell.

Auch im Arbeitskontext sind drei grundlegende psychologische Bedürfnisse entscheidend: Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit mit anderen. Folgende Arbeitsbedingungen unterstützen die Befriedigung dieser Bedürfnisse:

  • die freie Wahl betonen - statt Zwang und Kontrolle
  • Wissen, dass das, was man tut, bedeutsam ist
  • klare Wünsche und Vorstellungen haben
  • Gefühle und Bedürfnisse berücksichtigen
  • Feedback bekommen

Die Befriedigung der Kernbedürfnisse führt weder zu schläfriger Sättigung noch zu Fremdbestimmung. Sie setzt eine sogenannte „autonome Regulation“ in Gang. 

Bei diesen Arbeitsbedingungen kann eine Person Tätigkeiten nachgehen, die sie frei gewählt hat und die mit ihren Werten übereinstimmen. Sie ist engagiert und intrisisch motiviert. Das führt letztlich zu einer starken gefühlsmäßigen Bindung ans Unternehmen und zu mehr Wohlbefinden.

Das richtige Commitment ansteuern

Diese positiven Zusammenhänge bestehen aber nur für das affektive Commitment. Die Autoren warnen davor, ausschließlich auf das kostenvermeidende Commitment zu setzen, wie es z.B. bei Retention-Programmen geschieht. 

Die Mitarbeiter zeigen dann Commitment, weil sie den Bleibebonus haben wollen. Wenn sie aber mit ihrer Arbeit unzufrieden sind, führt das Festhalten am Job eher zu Stress und Unzufriedenheit.