Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
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Lernen von Andrea Abele-Brehm:
Einflussfaktoren auf die Karriere


5. März 2009

Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm lehrt Sozialpsychologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Eines ihrer zentralen Projekte ist die „Längsschnittstudie Berufliche Laufbahnentwicklung von Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen der Universität Erlangen-Nürnberg im Vergleich (BELA-E)“.

Darin wurden ca. 1.500 Absolventen des Jahrgangs 1995/1996 der Universität Erlangen-Nürnberg in bislang fünf Erhebungswellen zum Zeitpunkt ihres Abschlusses, anderthalb, drei, sieben und zehn Jahre danach zu ihrer beruflichen Situation befragt.

Aus diesem Projekt ging auch ihr Modell zur Laufbahnentwicklung hervor, das Ziele und Erwartungen als zentrale handlungsrelevante Faktoren beim beruflichen Werdegang betont und auch geschlechtsbezogene Rollenerwartungen berücksichtigt.

Selbstwirksamkeit, Ziele, Berufserfolg

Gerade hat sie zusammen mit Daniel Spurk im Journal of Vocational Behavior eine Analyse veröffentlich, wie berufliche Selbstwirksamkeitserwartungen und Karriereziele den Berufserfolg beeinflussen. Die Autoren werteten dazu den ersten, dritten und vierten Erhebungszeitpunkt der Längsschnittstudie BELA-E aus.

Die beruflichen Selbstwirksamkeitserwartungen waren die im Selbstbericht eingeschätzten Fähigkeiten, karrierespezifische Probleme lösen zu können. Karriereziele bezogen sich darauf, bei der beruflichen Entwicklung nach Einfluss, Ansehen und einem möglichst hohem Einkommen zu streben. Erfolgskriterien waren der objektive Berufserfolg – gemessen an Einkommen und Status – und die subjektive berufliche Zufriedenheit. Selbstwirksamkeit und Ziele wurden zum ersten Erhebungszeitpunkt erhoben, die Erfolgsvariablen jeweils zum dritten und vierten.

Vorherige Position und früheres Gehalts sind entscheidend

Insgesamt zeigt sich, dass die Karriereziele der Absolventen das zukünftige Einkommen und ihren Status beeinflussen, wobei die Zusammenhänge eher gering waren (r = .16 bis .20). Die beruflichen Selbstwirksamkeitserwartungen der Absolventen bestimmen nur ihre spätere Zufriedenheit mit der eigenen Karriere (r = .19), nicht jedoch Einkommen oder Status. Die besten Prädiktoren für Status und Einkommen sieben Jahre nach Studienabschluss waren die berufliche Position und das Gehalt vier Jahre zuvor (r = .23 bis .49).

Dennoch, so schlussfolgern die Autoren, sollte man Selbstwirksamkeitserwartungen und Ziele bei der beruflichen Entwicklung stärker berücksichtigen, da sie zusammengenommen immerhin Gehaltsänderungen von bis zu 3% nach mehreren Jahren bewirken können.

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Andrea E. Abele, Daniel Spurk (2009). The longitudinal impact of self-efficacy and career goals on objective and subjective career success. Journal of Vocational Behavior, 74, 53–62. Zum Beitrag.

Andrea E. Abele, Mahena Stief (2004). Die Prognose des Berufserfolgs von Hochschulabsolventinnen und -absolventen: Befunde zur ersten und zweiten Erhebung der Erlanger Längsschnittstudie BELA-E. Zeitschrift Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 48, 4-16.

Andrea E. Abele (2002). Ein Modell und empirische Befunde zu beruflicher Laufbahnentwicklung unter besonderer Berücksichtigung des Geschlechtsvergleichs. Psychologische Rundschau, 53, 109-118.

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