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Lernen von Yvonne Lott

Frauen als Hauptverdiener bevorzugen getrennte Konten

22. Mai 2017

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Die meisten Paare legen ihr Einkommen zusammen. Doch wenn Frauen mehr verdienen, bevorzugen sie getrennte Kassen. Das zeigt die aktuelle Studie der Sozialwissenschaftlerin Yvonne Lott von der Hans-Böckler-Stiftung. Sie weist darin nach, dass getrenntes Wirtschaften in einer Partnerschaft umso wahrscheinlicher wird, je mehr die Frau verdient. Bei Paaren mit getrennter Kasse ist das Einkommen der Frau im Schnitt fast doppelt so hoch wie bei solchen, die ihre Finanzen gemeinsam verwalten. Einkommenszuwächse auf Seiten der Partnerin erhöhen signifikant die Wahrscheinlichkeit, dass Paare unabhängig voneinander haushalten. Laut Lott deutet das darauf hin, dass Frauen finanzielle Unabhängigkeit anstreben, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.

Daten von knapp 3 000 Paaren ausgewertet

Lott hat Daten des Sozio-ökonomischen Panels aus den Jahren 2004, 2005 und
2008 ausgewertet, die sich auf fast 2 900 heterosexuelle Paare in erwerbsfähigem Alter beziehen.  Dabei hat sie eine "eher ungleiche Verteilung" von bezahlter und unbezahlter Arbeit ermittelt. Im Beobachtungszeitraum entfallen auf die Partnerinnen im Schnitt 78 Prozent der Arbeit im Haushalt und 89 Prozent der Kinderbetreuung. Der Anteil der Frauen am gemeinsamen Einkommen liegt dagegen lediglich bei 32 Prozent. Nur ein Drittel der Frauen arbeitet in Vollzeit. Etwa drei Viertel der befragten Paare verwalten ihr Geld gemeinsam, 15 Prozent unabhängig voneinander und neun Prozent zum Teil getrennt.

Eheleute wirtschaften eher gemeinsam

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Die Form der Partnerschaft spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Von den nichtehelichen Lebensgemeinschaften wirtschaftet weniger als ein Drittel gemeinsam, bei den Ehepaaren sind es hingegen 83 Prozent. Wenn man nicht Paare mit und ohne Trauschein vergleicht, sondern untersucht, wie sich eine Eheschließung auf das Verhalten von Paaren auswirkt, ergibt sich ebenfalls ein deutlicher Effekt auf das partnerschaftliche Arrangement im Umgang mit Geld. Die Geburt eines Kindes hat dagegen keinen messbaren Einfluss.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2017. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Yvonne Lott (Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf). (2017). When My Money Becomes Our Money: Changes in Couples’ Money Management. Social Policy & Society, 16(2), 199–218.

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