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Lernen von Kevin Hochard

Albträume setzen Stresstoleranz herab

20. Dezember 2016

Menschen, die häufig unter Albträumen leiden, haben eine geringere Stresstoleranz. Sie ziehen sich eher von belastenden Situationen zurück. Das konnten britische Forscher zeigen.

85 Studenten getestet

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Die Psychologen Kevin Hochard, Nadja Heym und Ellen Townsend aus Großbritannien führten eine Studie mit 85 Studenten durch, nachzulesen in der Fachzeitschrift Dreaming. Die Teilnehmer gaben im Onlinefragebogen Folgendes an:

Zahlen addieren

Danach nahmen sie an einem Stresstest teil. Aufgabe war es, zehn Minuten einzelne Ziffern zu addieren, die jeweils eine Sekunde lang am Bildschirm zu sehen waren. Mit einer bestimmten Taste konnten sie den Test vorzeitig abbrechen. Je länger die Zeit bis zum Abbruch verging, desto größer war die Stresstoleranz.

Abgebrochener Stresstest

Abbruch bei Albträumen. Studenten, die zehn oder mehr angstbesetzte Träume pro Woche hatten, brachen den Stresstest früher ab als jene, die nicht über Albträume klagten. Die Albtraumgeplagten beendeten den Test durchschnittlich 72 Sekunden früher als jene ohne Schlafstörung.

Mehr depressive Symptome. Außerdem waren die Studenten aus der Alptraum-Gruppe häufiger niedergeschlagener. Und sie schliefen insgesamt schlechter als jene ohne aufwühlende Träume.

Imaginations- oder Akzeptanztherapie

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Die Autoren empfehlen Alpträumenden, an einer Imaginationstherapie teilzunehmen. Dabei sollen sie ein anderes, positives Ende für ihre Träume erdenken, das dem Albtraum den Schrecken nimmt. Außerdem könnte eine Akzeptanz- und Commitmenttherapie helfen, mit Stress besser umzugehen. Dabei wird eine größere geistige Wendigkeit geschult. Man übt, mit seiner Angst oder seinem Unwohlsein ganz im Hier und Jetzt zu sein, ohne zu versuchen, die negativen Gefühle zu verbannen. So akzeptiert man sie und lernt, mit ihnen zu leben, was insgesamt widerstandsfähiger macht.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Kevin D. Hochard (University of Chester), Nadja Heym (Nottingham Trent University) & Ellen Townsend (University of Nottingham). (2016). The Behavioral Effects of Frequent Nightmares on Objective Stress Tolerance [Abstract]. Dreaming, 26 (1), 42-49.

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