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Lernen von Mieczysław Plopa

Ausgeglichenheit schützt vor Mobbing

9. November 2016

Zwei Eigenschaftsmuster schützen vor Mobbing: 1) ausgeglichen, anpassungsfähig und gewissenhaft oder 2) ausgeglichen, gesellig und offen zu sein. Das ist das Ergebnis einer Befragung polnischer Forscher. Ausgeglichenheit ist bei beiden Ausprägungen zentral.

359 Beschäftigte befragt

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Ein Forscherteam um Mieczysław Plopa von der University of Finances and Management in Warschau hat 359 polnische Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst zu Persönlichkeit und Mobbing, also zu andauernden seelischen Verletzungen bei der Arbeit, befragt. Die Ergebnisse stehen in der Onlineausgabe des Journal of Occupational Health Psychology. Die Wissenschaftler schauten sich die Muster der fünf Eigenschaften Ausgeglichenheit (Neurotizismus), Verträglichkeit, Geselligkeit (Extraversion), Gewissenhaftigkeit und Offenheit an. Zwei Eigenschaftsprofile schützten nachweislich vor Mobbing:

Glückliche Anpassungsfähige

Ausgeglichen, verträglich, gewissenhaft. Wer sich wenig sorgte, sich anpassen konnte und genau arbeitete, kreuzte seltener Mobbingsituationen im Fragebogen an (z.B. „anhaltende, ständige Kritik an Arbeit und Leistung“ oder „verletzende Bemerkungen zur eigenen Person“). Außerdem waren Beschäftigte mit diesen Eigenschaften mit ihrem Leben zufriedener und zeigten seltener Anzeichen einer psychischen Störung. Dabei kam es vor allem auf die Ausgeglichenheit und Verträglichkeit an. Denn wer häufig Angst hatte, widerspenstig, aber dennoch gewissenhaft war, litt häufiger unter Mobbing.

Gesündere Gesellige

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Ausgeglichen, gesellig, offen. Auch dieses Muster schützte vor Mobbing. Fröhliche, zugängliche und in ihrem Denken offene Beschäftigte berichteten über weniger Drangsalierung bei der Arbeit und waren zufriedener sowie psychisch gesünder. Ausschlaggebend war hierbei die Kombination von Ausgeglichenheit und Geselligkeit, denn ängstliche, verschlossene, aber dennoch offene Mitarbeiter hatten mehr mit Mobbing zu kämpfen.

Die Autoren fassen zusammen: „Die Studie zeigte, dass zwei Muster von Persönlichkeitseigenschaften schützten. Das erste bestand aus geringem Neurotizismus, hoher Verträglichkeit und hoher Gewissenhaftigkeit, das zweite aus geringem Neurotizismus, hoher Extraversion und hoher Offenheit.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Mieczysław Plopa, Wojciech Plopa (University of Finances and Management in Warsaw) & Anna Skuzińska (Elblag University of Humanities and Economy). (2016). Bullying at Work, Personality and Subjective Well-Being [Abstract]. Journal of Occupational Health Psychology, Online First Publication.

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