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Lernen von Niels Birbaumer

Völlige Leere im Kopf

31. Oktober 2016

Niels Birbaumer erklärt im Gespräch gedankliche Leere. Sie ist einfach zu beschreiben, aber schwierig zu erreichen. Vier Techniken helfen dabei.

Das Effektgehirn schweigt

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Klaus Wilhelm hat den Psychologen und Neurobiologen Niels Birbaumer in der Zeitschrift Psychologie heute nach gedanklicher Leere gefragt. Sie tritt ein, wenn man nicht zielgerichtet in Wörtern oder Sätzen denkt, wenn Gefühle nachlassen, Wünsche sich abschwächen und man sich nicht mehr verteidigen will. Physiologisch gesehen ist dann das sogenannte „Verteidigungssystem, Effekt- oder katastrophische Gehirn“ weniger aktiv. Alpha- und Thetawellen zeigen sich in den Gehirnströmen, die auch bei Entspannung, Schlaf oder Meditation auftauchen.

Gelähmte sind glücklich

Diesen Zustand fand Niels Birbaumer z.B. bei Locked-in-Patienten, die vollständig gelähmt sind, nicht mehr sprechen, aber noch wahrnehmen können. Je weiter sie in ihrem eingeschlossenen Zustand fortgeschritten seien, sich der Hoffnungslosigkeit ergeben hätten, desto mehr Leere komme zu ihnen, was man an einer bestimmten Erregung des Gehirns sehe, so der Forscher. Sie hätten daher „eine hohe Lebensqualität, höher als wahrscheinlich die vieler anderer Menschen“.

Getaktetes Gehirn

Gedankliche Leere ist anfangs nur schwer auszuhalten, weil Belohnungen ausbleiben, die immer dann winken, wenn man sich auf ein Ziel zubewegt. Folgende Techniken erleichtern es, das Leeresystem des Gehirns anspringen zu lassen:

Nur dasitzen

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Gedankenstille ist wichtig, um abzuschalten und kreativ zu werden. Außerdem scheint sie lebensnotwendig zu sein, worauf Niels Birbaumer hinweist: „Unser Gehirn aktiviert seinen Leeremechanismus ausgesprochen gerne.“ Besonders in Zeiten, in denen wir unentwegt an Elektrogeräten hängen, sollte man wieder häufiger einfach nur regungslos dasitzen.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Klaus Wilhelm (2016). „Die Leere gibt uns einen freien Blick auf die Welt.“ Niels Birbaumer im Interview [Abstract]. Psychologie heute, November 2016, 64-68.

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