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Lernen von Niklas Steffens

Authentischer durch gemeinschaftliche Interessen

7. Oktober 2016

Führungspersönlichkeiten, die gemeinschaftliche statt persönliche Interessen verfolgen, wirken authentischer und haben mehr Anhänger. Das stellten australische Forscher in einem Experiment und in einer Befragung zu Spitzenpolitikern fest.

Uneigennützige Motive

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Der Psychologe Niklas Steffens von der University of Queensland im australischen Brisbane hat zusammen mit Kollegen für die Fachzeitschrift The Leadership Quarterly untersucht, wann Politiker als authentisch eingeschätzt werden. Die Forscher führten zwei Studien durch:

Mehr Klarheit und Übereinstimmung

Gemeinschaftliche Interessen machten authentischer. Im Experiment wie in der Befragung zeigte sich: Wenn ein Politiker gemeinschaftlich motiviert handelte („Er tat es zum Wohl der Nation.“), wurde sein Führungsstil als authentischer angesehen („Er sagt klar, was er meint.“ Oder: „Seine Überzeugungen und Handlungen stimmen überein.“). Wenn er aus persönlichen Interessen handelte („Er tat es aus Ehrgeiz.“), wurde er als weniger echt bewertet.

Größere Anhängerschaft bei Gemeinschaftssinn. Wer gemeinschaftliche Interessen hochhielt, hatte mehr Anhänger als jene, denen eigennützige Motive unterstellt wurden. Einen altruistisch handelnden Politiker wollten die meisten eher wählen.

Noch echter in gleicher Gruppe

Stärkere Zusammenhänge in gleicher Gruppe. Schließlich zeigte sich, dass Gemeinschaftsinteressen, Authentizität und Anhängerschaft vor allem dann gekoppelt waren, wenn Politiker und Bürger der gleichen Partei anhingen. Anders ausgedrückt: Führungspersönlichkeiten, die einem ähnlich waren, wirkten besonders echt, wenn sie sich für die Gemeinschaft stark machten. Und man war dann noch stärker bereit, ihnen zu folgen.

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Parteivorsitzende schienen also echter und wirksamer, wenn sie uneigennützig waren. Die Autoren schreiben, was das fürs Führungskräftetraining bedeuten könnte: „Die Ergebnisse zeigen, etwas kontraintuitiv, dass Führungskräfte, die ihre Authentizität verbessern wollen, nicht nur nach innen blicken sollten, um ihr eigenes Selbst zu ergründen, sondern dass sie dabei auch andere Menschen berücksichtigen sollten, mit dem Ziel, ihr soziales Selbst besser kennen zu lernen, und zu verstehen, dass andere einer Gemeinschaft angehören.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Niklas K. Steffens, Frank Mols, S. Alexander Haslam & Tyler G. Okimoto (The University of Queensland, Brisbane). (2016). True to what We stand for: Championing collective interests as a path to authentic leadership [Abstract]. The Leadership Quarterly, Articles in Press.

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