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Lernen von Christina Breuer

Vertrauen stärkt virtuelle Teams

10. August 2016

Je mehr sich Teamkollegen vertrauen, desto leistungsorientierter, hilfsbereiter und zufriedener sind sie. Am stärksten ist dieser Zusammenhang in virtuellen Teams, in denen sich Mitarbeiter digital austauschen. Eine gute Dokumentation der Arbeitsschritte kann bei ihnen fehlendes Vertrauen ersetzen. Das zeigen Münsteraner Psychologen.

Vertrauensmaße von 12.615 Beschäftigten

Diplompsychologin Christina Breuer von der Universität Münster und ihre Kollegen haben in einer Übersichtsstudie untersucht, wie Vertrauen und Leistungsbereitschaft in Teams zusammenhängen. Sie schreiben darüber in der Onlineausgabe des Journal of Applied Psychology.

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Die Forscher fassten 54 Einzelstudien mit insgesamt 12.615 Personen rechnerisch zusammen, die diesen Zusammenhang zuvor schon untersuchten. Außerdem wurde besonderes Augenmerk auf virtuelle Teams und auf die Dokumentation von Vorgängen gelegt. Was kam heraus?

Leistungsfähiger, zufriedener

Vertrauen ging mit Leistung einher. Je mehr Teammitglieder einander vertrauten („Ich verlasse mich auf meine Kollegen.“), desto wirksamer wurde in den Teams gearbeitet, d.h. die Kollegen waren 1) gewillter sich anzustrengen, 2) bereit, anderen zu helfen, und 3) mit ihrer Tätigkeit zufriedener.

Virtuelle Teams profitierten besonders vom Vertrauen. Der Zusammenhang zwischen Vertrauen und Teamleistung war in virtuellen Teams bedeutend größer als in Teams, die sich regelmäßig vor Ort sahen. Mit anderen Worten: Teams, in denen die Mitarbeiter weltweit an unterschiedlichen Orten saßen, waren leistungsfähiger, wenn viele im Team auf die Redlichkeit ihrer Kollegen setzen konnten.

Dokumentieren half auch

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Eine Dokumentation glich weniger Vertrauen aus. Wenn in virtuellen Teams die Tätigkeiten als Text, Audiodatei oder Video festgehalten wurden, war Vertrauen nicht mehr so wichtig. Das Team arbeitete dann auch so ganz gut zusammen.

Coautor Guido Hertel bringt es auf den Punkt: „Vertrauen in Teams ist wichtig, aber nicht unabdingbar. In virtuellen Teams kann eine Dokumentation von Arbeitsschritten effizienter und einfacher sein als aufwändige vertrauensbildende Maßnahmen.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Christina Breuer, Joachim Hüffmeier & Guido Hertel (2016). Does Trust Matter More in Virtual Teams? A Meta-Analysis of Trust and Team Effectiveness Considering Virtuality and Documentation as Moderators [Abstract]. Journal of Applied Psychology, Online First Publication.

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