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Lernen von Carina Cohrs

Zehn Kommunikationsstile

28. Juli 2016

Mit einem ins Deutsche übertragenen Fragebogen ließen sich zehn Kommunikationsstile bestätigen, z.B. ein offener, aufmerksamer oder streitlustiger Stil. Durch sechs dieser Formen wirkten Personen kommunikationsstark. Wer offen kommunizierte, fühlte sich dem Unternehmen zugehöriger. So das Ergebnis einer Befragung.

871 Personen schätzten Chef ein

Ein Forscherteam um Carina Cohrs von der Technischen Universität Dortmund hat Kommunikationsstile untersucht. Sie übertrugen den erprobten Fragebogen „Communicator Style Measure“ ins Deutsche und ließen ihn 871 Personen ausfüllen. Die Ergebnisse druckte die Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie.

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Der Kommunikationsfragebogen misst zehn Stile, z.B. „offen“ oder „streitlustig“ sowie einen elften Faktor der Kommunikationsstärke. Dieser ist das Ergebnis der zehn Stile. Die Teilnehmer schätzten mit dem Fragebogen ihr eigenes Verhalten und das ihres Vorgesetzten ein. Außerdem beantworteten sie Fragen zur Persönlichkeit, Arbeitszufriedenheit und Bindung. Die Ergebnisse:

Von lebhaft bis präzise

Zehn Stile wurden bestätigt. Auch in der deutschen Fassung ließen sich zehn Kommunikationsstile bestätigen. Diese waren:

Sechs Stile waren kommunikationsstark. Sechs Stile führten dazu, dass eine Person sich oder andere als „kommunikationsstark“ wahrnahm. Dieses positive Kommunikationsbild war bei dominantem, lebhaftem, beeindruckendem, gelassenem, offenem und präzisem Stil gegeben. Anders als erwartet wurden der freundliche, dramatische oder aufmerksame Stil nicht als kommunikationsstark erlebt.

Besonders gut: aufmerksam und offen

Geselligkeit und Verträglichkeit war bestimmendes Merkmal. Die Persönlichkeitseigenschaft Extraversion (oder Geselligkeit) hing mit fast allen zehn Stilen zusammen. Als verträglich wurde wahrgenommen, wer sich freundlich oder aufmerksam und wenig dominant oder streitlustig gab.

Arbeitszufriedenheit und Bindung wurden beeinflusst. Nur der aufmerksame Stil hing mit Arbeitszufriedenheit zusammen. Wer also beim Reden interessiert wirkte, war auch im Job glücklicher. Die gefühlsmäßige Bindung ans Unternehmen schließlich („Dieser Betrieb bedeutet mir viel.“) war stärker, je offener jemand kommunizierte.

31 Items für die Personalentwicklung

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Mit der deutschen Version des „Communicator Style Measure“ (CSM-D) konnten also unterschiedliche Kommunikationsstile trennscharf und aussagekräftig erhoben werden. Für die Praxis empfehlen die Autoren: „Die Nutzung des CSM-D bietet sich vor allem für Personalentwicklungsmaßnahmen von Fach- und Führungskräften oder zur Leistungsbeurteilung an.“ Der Fragebogen hat insgesamt nur 31 Items und kann rasch zur Selbst- oder Fremdeinschätzung ausgefüllt werden.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Carina Cohrs, Mathias Diebig, Jens Rowold & Kai C. Bormann (Technische Universität Dortmund). (2016). Gütekriterien einer deutschen Kurzform des Communicator Style Measure (CSM-D) [Abstract]. Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 60, 130-144.

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