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Lernen von James Lemoine

Frauen übernehmen in extrovertierten, männlichen Teams die Führung

4. Juli 2016

In Teams mit mehr Männern und mehr Leuten, die aus sich herausgehen, übernehmen Frauen häufiger die Führung. Das fanden US-amerikanische Forscher in zwei Studien heraus, in denen sie studentische Arbeitsteams untersuchten.

982 Studenten in Teamarbeit beobachtet

James Lemoine von der State University of New York in Buffalo und seine Kollegen haben in zwei neuen Studien untersucht, wann Frauen oder Männer in Arbeitsteams die Führungsrolle übernehmen, nachzulesen in der Juniausgabe der Fachzeitschrift The Leadership Quarterly.

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.In der ersten Studie beobachteten sie 498 Masterstudenten, die zwei Jahre lang in Vierer- oder Fünferteams Fallstudien und Businesssimulationen bearbeiteten. In der zweiten Studie befragten sie 484 Studenten, die in ebenso großen Teams kreative Aufgaben lösten. Sie machten Angaben zu ihrer Persönlichkeit und schätzten ein, welche Person die Führung im Team übernahm.

Frauen führten männliche, extrovertierte Teams

Ergebnis: Es gab ein Zusammenspiel von Geschlechterverhältnis und Persönlichkeit. Frauen entwickelten sich zu Teamführerinnen, wenn es mehr Männer in der Arbeitsgruppe gab und die Personen darin außerdem gesellig und kontaktfreudig, sprich extrovertiert waren. Männliche Studenten wurden eher Teamführer, wenn das Arbeitsteam aus in sich gekehrten, introvertierten Männern bestand. Da dieses Muster exakt in beiden Studien gefunden wurde, sprechen die Forscher von einer „nennenswerten Bestätigung“.

Frauen profitieren vom Kommunikationsbedürfnis

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Die Autoren erklären das Ergebnis wie folgt: Männer, die viel reden und lachen, kümmern sich mehr um ihre Kollegen und sind weniger anfällig für stereotypes Geschlechterdenken. Außerdem schätzen sie Personen, die auch gut kommunizieren – was Frauen grundsätzlich besser können als Männer. Unterstützung, Toleranz und Kommunikationsbedürfnis, all das spielt Frauen innerhalb von männlichen, extrovertierten Teams in die Hände. Sie übernehmen die Führung.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

G. James Lemoine (University at Buffalo, The State University of New York, Buffalo), Ishani Aggarwal (Brazilian School of Public and Business Administration, FGV, Rio de Janeiro ) & Laurens Bujold Steed (Georgia Institute of Technology, Atlanta). (2016). When women emerge as leaders: Effects of extraversion and gender composition in groups [Abstract]. Volume 27 (3), June 2016, 470-486.

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