Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Lernen von Willibald Ruch

Glücksgefühle hinterlassen Spuren im Büro

16. Juni 2016

Wer genießen kann, in seinem Tun aufgeht und einen übergeordneten Sinn sucht, ist auch mit seiner Arbeit zufriedener. Diese drei Glücksgefühle hinterließen bei Schweizer Angestellten ein Jahr später Zufriedenheitsspuren im Büro.

Jetzt gleich genießen

Alle Hefte im ÜberblickDas gute, glückliche Leben, was heißt das genau? Willibald Ruch und María Luisa Martínez-Martí von der Universität Zürich meinen, dass dies gelingt, wenn man 1) genießt, 2) in seinem Handeln aufgeht und 3) sich für eine bessere Welt einsetzt.

Nach diesen drei Glücksausrichtungen („Orientations to Happiness“) haben sie 752 Schweizer Beschäftigte gefragt:

Ein Jahr später gaben die Befragten an, wie zufrieden sie mit Arbeit und Beruf waren. Außerdem wurde eine ganze Reihe anderer Einflussfaktoren kontrolliert, z.B. Alter, Einkommen, Führungsverantwortung und Persönlichkeitseigenschaften. Über die Ergebnisse berichten die Forscher im Journal of Happiness Studies.

Dreifaches Zusammenspiel

Herauskam, dass nur das Zusammenspiel aller drei Glücksgefühle im Job zufriedener machte. Wer zugleich genießen konnte, Flow erlebte und sich fürs Gemeinwohl stark machte, war ein Jahr später mit Gehalt, Arbeit und Kollegen deutlich zufriedener. Und das, nachdem alle wichtigen Einflüsse wie Gehalt, Chefrolle oder Persönlichkeit herausgerechnet wurden. Den stärksten der drei Treiber für die Arbeitszufriedenheit konnten die Psychologen auch ausmachen: das Aufgehen im eigenen Tun, Versunkenheit, Konzentration.

Arbeit umgestalten

Geprüfte Fachinfos
in zwei neuen Ausgaben der Zeitschrift lesen –
mit 30% Preisvorteil.
Hier mehr erfahren.

Wenn dieser Flow für die Arbeit so wichtig ist, wie lässt er sich erreichen? Die Autoren schreiben: „Mitarbeiter können mehr Flow erleben, wenn sie ihre zentralen Stärken bestimmen, sich Arbeit suchen, bei der sich diese Stärken täglich nutzen lassen, und ihre Tätigkeiten so umgestalten, dass sie ihre Stärken noch mehr einsetzen können.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

María Luisa Martínez-Martí & Willibald Ruch (University of Zurich, Department of Psychology). (2016). The Relationship Between Orientations to Happiness and Job Satisfaction One Year Later in a Representative Sample of Employees in Switzerland [Abstract]. Journal of Happiness Studies, First online, 12 January 2016.

Mehr zu Glück, Humor und Freude bei der Arbeit: In die Wirtschaftspsychologie aktuell hineinschnuppern.

Freudegefühle machen Teams widerstandsfähiger. Sie leisten dann auch mehr.

Personen, die eine Woche lang neun schöne Erlebnisse notierten, waren danach glücklicher.

Manager, die Mitarbeiter zu kreativem Denken anregen, werden dadurch selbst glücklicher.

Facebook-Abstinente sind glücklicher, Facebook-Nutzer hingegen gestresst und neidisch.

Im Themenschwerpunkt „Die Psyche des Chefs“ stehen Erkenntnisse zu Managercharakter, Persönlichkeit, emotionaler Kompetenz, Humor und Ärger.

Den monatlichen Newsletter der Zeitschrift bestellen.

Im Archiv ab 2001 blättern.

Seminare zu Personalmanagement oder Führung bietet die Deutsche Psychologen Akademie an.