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Lernen von Annika Howells

Fröhlicher durch Achtsamkeitsapp

2. Mai 2016

Wer zehn Tage lang je zehn Minuten mit einer Achtsamkeitsapp auf dem Handy übte, war danach im Vergleich zu einer Kontrollgruppe fröhlicher und weniger niedergeschlagen. Das konnten Londoner Forscher zeigen.

Zehn Minuten, zehn Tage

Alle Hefte im ÜberblickAnnika Howells studiert an der University of East London Psychologie. Zusammen mit Forscherkollegen hat sie jetzt die Auswirkungen einer Achtsamkeitsapp untersucht, nachzulesen im Journal of Happiness Studies.

An der Studie nahmen 121 Personen teil. Eine Hälfte von ihnen (Achtsamkeitsgruppe) nutzte zehn Tage lang die Achtsamkeitsapp „Headspace“. Dabei übten sie angeleitet durch das Smartphoneprogramm täglich zehn Minuten, z.B. indem sie darauf achteten, wie sie ein- und ausatmeten. Die andere Hälfte (Kontrollgruppe) setzte 10 Tage lang je zehn Minuten die App „Catch Notes“ ein. Dabei erstellten sie Listen davon, was sie in letzter Zeit getan hatten, und formulierten diese etwas aus.

Vor und nach den zehn Tagen wurden den Personen der Achtsamkeits- und Kontrollgruppe auf einer Website Fragen zu Stimmung, Lebenszufriedenheit und Niedergeschlagenheit gestellt. Die Ergebnisse:

„Begeistert, kein Fehlschlag“

Glücklicher und weniger depressiv. Nach nur zehn Tagen täglicher zehnminütiger Übung waren die Teilnehmer der Achtsamkeitsgruppe glücklicher als die der Kontrollgruppe. Sie kreuzten z.B. häufiger das Wort „begeistert“ an, um ihre gegenwärtige Stimmung zu beschreiben. Außerdem waren die Meditierenden weniger depressiv als jene, die Listen angelegt hatten („Ich denke, dass mein Leben ein Fehlschlag ist.“).

Mehr Vergnügen mit der App. Außerdem zeigte sich, dass die Stimmungsaufhellung der bewusst Wahrnehmenden damit einherging, dass sie die Übungen der App mehr genießen konnten („Haben Sie es genossen, die Übung durchzuführen?“).

Nicht zufriedener

Nicht mehr Lebenszufriedenheit. Die App machte jedoch nicht zufriedener. Die Meditierenden und die Listenschreiber unterschieden sich nach den zehn Tagen weder im Hinblick auf ihre Lebenszufriedenheit („In den meisten Bereichen entspricht mein Leben meinen Idealvorstellungen.“) noch bezüglich ihrer Lebensfreude („Ich führe ein sinnvolles und bereicherndes Leben.“).

Aufblühen für alle

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Kurze Konzentrationsübungen mit einer einfach zu bedienenden App hellten also nachweislich die Stimmung auf. Mit diesen Handprogrammen könnte man dem Ziel, „dass im Jahr 2051 bereits 51 Prozent aller Menschen aufgeblüht sind“, ein Stück näher kommen, so die Autoren. Dieses Ziel wurde von Martin Seligman ausgegeben, dem Begründer der sogenannten positiven Psychologie. Hierbei werden angenehme, glückhafte Erlebenszustände erforscht.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Annika Howells, Itai Ivtzan & Francisco Jose Eiroa-Orosa (University of East London, Stratford Campus). (2016). Putting the ‘app’ in Happiness: A Randomised Controlled Trial of a Smartphone-Based Mindfulness Intervention to Enhance Wellbeing [Abstract]. Journal of Happiness Studies, 17 (1), 163-185.

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