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Lernen von Beate Muschalla

Arbeitsängste beeinträchtigen Fähigkeiten

28. April 2016

Beate Muschalla zeigt in einer neuen Studie, dass Arbeitsängste mit bestimmten Beeinträchtigungen einhergehen. Wer unter sozialen Ängsten leidet, hat eher Probleme im Umgang mit Kunden. Arbeitsbezogene Sorgen setzen die Urteilsfähigkeit herab. Arbeitsplatzphobien beeinträchtigen die Mobilität.

„Da bricht mir der Schweiß aus“

Alle Hefte im ÜberblickBeate Muschalla forscht zu Arbeitsängsten. In der Mai-Ausgabe der Fachzeitschrift International Archives of Occupational and Environmental Health wird sie dazu eine neue Studie vorlegen. Dazu befragte sie 1.610 Patienten einer Rehaklinik. Von diesen hatten 244 Arbeitsangst.

Arbeitsängste sind Angstgedanken oder -gefühle, die sich auf die Umgebung des Arbeitsplatzes oder auf Personen dort beziehen, z.B. „Ich kann nicht mehr mit Kunden reden. Da bricht mir der Schweiß aus.“

13 Fähigkeiten gemessen

Beate Muschalla bestimmte die Art der Arbeitsängste bei den 244 Patienten und setzte diese dann mit beeinträchtigten Fähigkeiten in Beziehung. Die Fähigkeiten wurden mit einem Fremdbeurteilungstest bestimmt. 13 Kompetenzen konnten so eingekreist werden, etwa Entscheidungsfähigkeit, Durchhalten, Selbstbehauptung oder Teamfähigkeit.

Ängste, Sorgen, Phobien

Folgende Arten von Arbeitsängsten hingen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen zusammen:

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Ausgehend von diesen Ergebnissen lassen sich Maßnahmen besser planen. So profitieren Patienten, die unter arbeitsbezogenen sozialen Ängsten leiden, eher von einem sozialen Kompetenztraining. Dabei lernen sie, mit anderen zu reden und dabei zu entspannen.

Wenn man die Ängste genauer kennt, lassen sich auch Arbeitsplatzanpassungen vornehmen. So könnte jemand mit sozialen Ängsten „aus einer reinen Verkaufstätigkeit in eine Tätigkeit mit mehr Büroarbeit“ wechseln, so Beate Muschalla. Das alles komme Rehapatienten bei ihrer Wiedereingliederung zugute.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Beate Muschalla (Work and Organizational Psychology, University of Potsdam). (2016). Different Work Capacity Impairments in Patients with Different Work-Anxieties [Abstract]. International Archives of Occupational and Environmental Health, 89 (4), 609-619.

Angst am Arbeitsplatz: Beate Muschalla erläutert in der Ausgabe „Kontakt und Beziehung“, warum eine fehlende Auseinandersetzung mit der Angst zur Verstärkung führen kann.

In einer Befragung kam heraus, dass ängstliche Polizeibeamte weniger leistungsfähig waren, weil die Angst sie erschöpfte.

Im Themenschwerpunkt „Die Psyche des Chefs“ stehen neue Erkenntnisse zu Managercharakter, dunkler Triade der Persönlichkeit, emotionaler Kompetenz, Humor, Ärger und Selbstzweifeln.

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