Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
Neues eDossier: Stress bewältigen
Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management Neues eDossier: Stress bewältigen Wirtschaftspsychologie aktuell

Lernen von Edmund Wascher

Jüngere machen Fehler, Ältere werden müde

18. März 2016

Dortmunder Forscher bauten eine Poststelle nach und prüften, wie Jüngere und Älter sich bei gleichförmigen Aufgaben schlugen. Ergebnis: jüngere Teilnehmer machten bei monotonen geistigen Aufgaben mehr Fehler, ältere Personen wurden immer müder. Dieses Muster zeigte sich auch in den Hirnströmen.

Tasten drücken, Kartons ordnen

Alle Hefte im ÜberblickEdmund Wascher vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der Technischen Universität Dortmund und sein Team haben untersucht, wie Ältere und Jüngere auf einfache Tätigkeiten reagieren. Sie bauten dazu in einem Raum eine kleine Poststelle auf.

Darin sollten 13 jüngere (20 bis 29 Jahre alt) und 12 ältere Teilnehmer (55 bis 73 Jahre alt) u.a. folgende Aufgaben erledigen: am Computer unterschiedliche Tasten drücken, wenn ein Quadrat oder ein Rhombus erschien (monotone geistige Aufgabe), und Pappkartons unterschiedlicher Größe nach Buchstaben oder Nummern ordnen (abwechslungsreichere körperliche Aufgabe). Die „Arbeitsschicht“, bei der diese Aufgaben dreimal wiederholt wurden, dauerte insgesamt viereinhalb Stunden.

Gemessen wurde, wie müde und motiviert sich die Teilnehmer nach den Aufgaben fühlten, wie viele Fehler sie machten und durch Elektroden am Gehirn mittels Elektroenzephalogramm (EEG), wie ihre Hirnströme aussahen. Die Ergebnisse, die im Fachmagazin Frontiers in Human Neuroscience stehen:

Ältere trotzten Monotonie

Ältere wurden müder. Die Älteren wurden im Laufe der Schicht immer müder, egal um welche Aufgabe es sich handelte. Die Jüngeren wurden nur von der monotonen geistigen Aufgabe schläfriger. Bei den Älteren zeigten sich im EEG mehr der längeren Thetawellen, vor allem bei der geistigen Aufgabe. Das deutete darauf hin, dass sie viele irrelevante Informationen verarbeiteten, wodurch sie auch müder wurden.

Geprüfte Fachinfos
in zwei neuen Ausgaben der Zeitschrift lesen –
mit 30% Preisvorteil.
Hier mehr erfahren.

Jüngere machten mehr Fehler. Die Jüngeren machten bei der monotonen geistigen Aufgabe im Vergleich zu den Älteren immer mehr Fehler, je länger die Schicht dauerte. Ältere konnten mit Monotonie besser umgehen. Sie waren trotz gleichförmigen Klickens motivierter und machten weniger Fehler. Im EEG war zu sehen, dass die Jüngeren bei der Klick-Aufgabe immer mehr der kürzeren Alphawellen hatten. Ein Zeichen dafür, dass sie zunehmend abschalteten und ihr Gehirn im Mußemodus arbeitete.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Edmund Wascher, Holger Heppner, Sven O. Kobald, Stefan Arnau, Stephan Getzmann & Tina Möckel (IfADo-Leibniz Research Centre for Working Environment and Human Factors, Dortmund). (2016). Age-Sensitive Effects of Enduring Work with Alternating Cognitive and Physical Load. A Study Applying Mobile EEG in a Real Life Working Scenario. Frontiers in Human Neuroscience, 9, 711, published 13 January 2016.

„Vergiss das biologische Alter.“ Wichtiger sind Einstellungen oder der Expertenstatus.

Bei einer Befragung von Älteren kam heraus, dass Weisheit das Wohlbefinden beeinflusste.

Im Themenschwerpunkt „Umgang mit Umbrüchen“ geht es um Veränderungen, Wandlungskompetenz, Mitarbeiterführung, Willensstärke, Unternehmenskultur und Karrierewechsel.

Die Wirtschaftspsychologie aktuell im Schnupper-Abo testen.

Den monatlichen Newsletter der Zeitschrift bestellen.

Im Archiv ab 2001 blättern.

Seminare zu Personalmanagement oder Führung bietet die Deutsche Psychologen Akademie an.