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Lernen von Monika Ardelt

Weise fühlen sich wohler

10. Februar 2016

Bei einer Befragung von Älteren kam heraus, dass Weisheit das Wohlbefinden beeinflusste. Die umgekehrte Beziehung, dass wer sich wohlfühlte, lebenserfahrener wurde, ließ sich nicht bestätigen. Außerdem zeigte sich eine Wechselbeziehung zwischen Weisheit und Gesundheit.

Keinen einen richtigen Weg

Alle Hefte im ÜberblickMonika Ardelt von der Universität Florida hat 123 Personen im Alter von 55 bis 87 Jahren zu Weisheit und Wohlbefinden befragt. Zehn Monate später bekamen sie die gleichen Fragen noch einmal vorgelegt, um herauszufinden, ob es eine einseitige oder wechselseitige Beeinflussung gab. Die Studie veröffentlichte das Journal of Happiness Studies.

Weisheit wurde anhand folgender drei Ausprägungen gemessen: 1) das Leben verstehen (Beispielitem, dem die Befragten zustimmen konnten: „Es gibt häufig nicht den einen richtigen Weg, um etwas zu tun.“), 2) umsichtig sein („Ich versuche immer, alle Seiten eines Problems zu betrachten.“) und 3) mitfühlen können („Manchmal empfinde ich echtes Mitgefühl für alle Menschen.“).

Drei Arten psychischen Wohlbefindens wurden erfasst: 1) die Lebenszufriedenheit während der letzten Monate, 2) das Leben im Griff haben („Was mir in Zukunft passiert, hängt von mir ab.“) und 3) einen Lebenssinn haben („Ich habe einen klaren Lebenssinn für mich entdeckt.“). Außerdem wurde das körperliche Wohlbefinden anhand der allgemeinen Gesundheit eingeschätzt.

Weisheit machte glücklich

Die Weisheit bestimmte das psychologische Wohlbefinden. Die Weisheit zum ersten Zeitpunkt sagte alle drei Arten des geistigen Wohlbefindens zehn Monate später voraus: mit dem Leben zufrieden sein, das Leben im Griff haben und einen Lebenssinn sehen. Das zuerst gemessene Wohlbefinden sagte hingegen die später erfasste Weisheit nicht vorher. Ursächlichen Einfluss hatte also nur die Weisheit. Das psychische Wohlbefinden war die Folge.

Weisheit und körperliches Wohlbefinden beeinflussten sich wechselseitig. Die zuerst gemessene Weisheit bestimmte das spätere körperliche Wohlbefinden. Ebenso bestimmte die Gesundheit zum ersten Zeitpunkt, ob man sich später als weise und umsichtig erlebte. Weisheit und subjektive Gesundheit waren also beide jeweils Ursache und Folge.

Ressource Weisheit

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Monika Ardelt schreibt: „Die Daten legen nahe, dass der Erwerb der dreidimensionalen Weisheit für ältere Erwachsene eine wertvolle Ressource sein könnte, um ihr subjektives Wohlbefinden, die Beherrschung ihres Lebens und den Lebenssinn zu erhalten oder zu verbessern.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Monika Ardelt (2015). Disentangling the Relations Between Wisdom and Different Types of Well-Being in Old Age: Findings from a Short-Term Longitudinal Study [Abstract]. Journal of Happiness Studies, Online First Articles.

Im Themenschwerpunkt „Umgang mit Umbrüchen“ geht es um Veränderungen, Wandlungskompetenz, Mitarbeiterführung, Willensstärke, Unternehmenskultur und Karrierewechsel.

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