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Lernen von Andrea Fischbach

Erfolgreiche fühlen wie Männer

15. Dezember 2015

In einer Befragung kam heraus, dass „Männern“ und „erfolgreichen Managern“ ähnliche Gefühle zugeschrieben werden. Dieses maskuline Gefühlsstereotyp Erfolgreicher haben weibliche wie männliche Befragte. Männern und Erfolgreichen wird vor allem weniger Angst und weniger Traurigkeit attestiert.

Charakteristische Gefühle

Alle Hefte im ÜberblickDie Emotionsforscherin Andra Fischbach von der Deutschen Hochschule der Polizei hat Emotionsstereotype in Bezug auf Manager untersucht, nachzulesen im Journal of Personnel Psychology.

Zusammen mit Philipp Lichtenthaler und Nina Horstmann befragte sie 1.098 Angestellte. Diese sollten für sieben Gruppen – Männer generell, Frauen generell, erfolgreiche Manager, männliche Manager, weibliche Manager, erfolgreiche männliche Manager und erfolgreiche weibliche Manager – angeben, ob 17 Gefühle für sie charakteristisch sind. Die Gefühle ließen sich in vier Gruppen einteilen:

Ähnlich fühlende Männer und Manager

Männern und Erfolgreichen wurden ähnliche Gefühle zugeschrieben. „Männern“ und „erfolgreichen Managern“ wurden eher die gleichen Gefühle attestiert. Sowohl männliche als auch weibliche Teilnehmer der Studie beschrieben Gefühle von Männern „managerhaft“. Ähnliche Gefühle von „Frauen“ und von „erfolgreichen Managern“ wurden nur von Frauen gesehen, die auch als Führungskraft arbeiteten. Hinsichtlich der Gefühle „weniger Angst, weniger Scham, weniger Traurigkeit“ glichen sich Männer und Erfolgreiche besonders stark.

Weibliche Manager ähnelten auch Erfolgreichen. Wenn Frauen das Attribut „Manager“ verliehen bekamen – z.B. „weibliche Manager“ – wurden ihre Gefühle auch eher wie die „erfolgreicher Manager“ eingeschätzt. Sowohl männliche wie weibliche Teilnehmer sahen das so. Managerinnen und Erfolgreichen wurden dann vor allem „mehr Stolz“ und „mehr Hoffnung“ attestiert.

Achtung: männliches Gefühlsstereotyp

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Gefühle von Managern wurden also als stereotyp männlich angesehen. Entscheidend war dabei das Wort „Manager“, das offenbar für maskuline Gefühlsmuster stand. Die Forscherinnen fassen zusammen (S. 161):

„Die Ergebnisse geben die bisher gut dokumentierte starke Ähnlichkeit zwischen Männlichkeit und Führung sowie die schwache Ähnlichkeit zwischen Weiblichkeit und Führung wider, die jeweils auch für auch für den Ausdruck bestimmter Emotionen gilt.“

Diese männlichen Gefühle könnten ein Grund sein, weshalb Managerposten für Frauen weniger attraktiv erscheinen, so die Autorinnen.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Andrea Fischbach, Philipp W. Lichtenthaler & Nina Horstmann (German Police University, Münster). (2015). Leadership and Gender Stereotyping of Emotions. Think Manager – Think Male? [Abstract]. Journal of Personnel Psychology, 14, 153-162.

Hier geht’s zum Themenschwerpunkt „Umgang mit Umbrüchen“, in dem es um Veränderungen, Wandlungskompetenz, Mitarbeiterführung, Willensstärke, Unternehmenskultur und Karrierewechsel geht.

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