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Lernen von Andrea Abele-Brehm

Bewertung der Karriere macht zufriedener

25. November 2015

Nicht der objektive Berufserfolg gemessen an Einkommen oder Führungsspanne macht zufriedener, sondern die persönliche Bewertung der Karriere. Das fand ein Forscherinnenteam um Andrea Abele-Brehm heraus.

990 Berufstätige befragt

Alle Hefte im ÜberblickDas Psychologinnenteam um Andrea Abele-Brehm von der Universität Erlangen befragte 990 Berufstätige zweimal im Abstand von zwei Jahren zu ihrem Berufserfolg, ihrer persönlichen Bewertung des Berufserfolges und ihrer Lebenszufriedenheit. Zum Zeitpunkt der ersten Befragung waren die Teilnehmer im Schnitt 37 Jahre alt, hatten seit zehn Jahren ihren Hochschulabschluss und waren berufstätig. Die Studienergebnisse stehen in der Online-First-Ausgabe des Journal of Happiness Studies.

Objektiver Berufserfolg wurde über das monatliche Einkommen und die erreichte Führungsposition ermittelt. Die persönliche Bewertung des Berufserfolgs erfolgte über den Vergleich mit Kollegen und darüber, ob die einzelnen Karrieremarker wie etwa das erreichte Einkommen den eigenen Zielen entsprachen. Die Lebenszufriedenheit wurde etwa mit der Zustimmung zur Aussage erfasst: „Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich fast nichts daran ändern.“

Glücksfaktor Bewertung

Nicht der objektive Erfolg, sondern die persönliche Bewertung machte zufrieden. Die objektiven Maße des Berufserfolgs wie Einkommen und Verantwortung trugen nicht zur Lebenszufriedenheit bei. Sie machten nur dann glücklich, wenn die Befragten ihre Karriere auch positiv bewerteten: 1) wenn sie sich im Vergleich zu anderen gut einschätzten und 2) wenn das beruflich Erreichte ihren Zielen entsprach.

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Der objektive Erfolg allein führte sogar zu mehr Unzufriedenheit. Wurde der subjektive Erfolg herausgerechnet, wurden die Befragten sogar etwas unzufriedener, je erfolgreicher sie objektiv waren. Eine Erklärungsmöglichkeit dafür könnte sein, dass Gutverdiener und vielbeschäftigte Manager ihre Freunde vernachlässigen, was sie unterm Strich unglücklicher macht.

Andrea Abele-Brehm resümiert: „Der Zusammenhang zwischen beruflichem Erfolg und Lebenszufriedenheit ist ein indirekter. Er wird maßgeblich durch subjektive Bewertungsprozesse beeinflusst.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Andrea E. Abele, Tamara Hagmaier (University of Erlangen-Nürnberg) & Daniel Spurk (University of Bern). (2015). Does Career Success Make You Happy? The Mediating Role of Multiple Subjective Success Evaluations [Abstract]. Journal of Happiness Studies, Online First Articles.

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