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Lernen von Michael Parke

Mehr Kreativität durch emotionale Intelligenz

24. August 2015

Eine neue Studie zeigt, dass zwei Facetten der emotionalen Intelligenz – die Fähigkeit zur Emotionssteuerung und zur Emotionsnutzung – Mitarbeiter kreativer macht. Wer seine Gefühle steuern kann, bleibt trotz langweiliger Arbeit gut gelaunt. Wer geschickt dabei ist, Gefühle in konkreten Situationen zu nutzen, kann gute Laune besser in Kreativität umsetzen.

Gefühle und Schöpferkraft angehender Manager

Alle Hefte im ÜberblickMichael Parke promoviert an der University of Maryland im Fach Organizational Behavior. Zusammen mit Kollegen hat er jetzt untersucht, ob sich die Fähigkeit, mit Gefühlen umzugehen, auf die Kreativität auswirkt. Die Ergebnisse wurden im Journal of Applied Psychology veröffentlicht.

Für die Studie befragten die Forscher 129 angehende Manager und ihre Vorgesetzten. Sie untersuchten, ob sich die emotionale Intelligenz – das Vermögen, Gefühle zu erkennen und zu nutzen – auf den Arbeitsalltag, die gute Laune und die Kreativität auswirkt. Gemessen wurden dabei:

Gute Laune trotz Langeweile, mehr Kreativität

Viele Informationen im Job vereitelten, Kreativität im Job stärkten positive Gefühle. Wer viele Informationen im Beruf bewältigen musste, war an den 25 Arbeitstagen nur wenig begeistert. Wer häufig kreativ sein musste, war täglich enthusiastischer.

Die Fähigkeit, Gefühle zu steuern, dämmte die negativen Folgen zu vieler Informationen ein. Teilnehmer, die gewünschte Emotionen auch in schwierigen Situationen aufrechterhalten konnten, blieben in Jobs mit hoher Informationsdichte gut gelaunt. Das Potenzial der Emotionssteuerung zeigte sich auch in Berufen mit wenigen kreativen Aufgaben. Auch dort bewahrten sich die Befragten ihren Spaß, wenn sie ihre Gefühle gut regulieren konnten.

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Die Fähigkeit, Gefühle zu nutzen, führte zu mehr Kreativität bei guter Laune. Wer Emotionen gezielt nutzte, konnte seine positiven Gefühle in deutlich mehr Kreativität umsetzen. Er wurde vom Vorgesetzten als innovativer eingeschätzt. Junge Manager, deren Emotionsnutzung gering ausgeprägt war, konnten ihre gute Laune häufig nicht in neue Ideen ummünzen.

Wissen statt Gefühlsmanipulation

Emotionale Intelligenz hebt also die Stimmung trotz langweiliger Aufgaben und führt zu mehr Kreativität. Die Forscher fassen zusammen (S. 927):

„Unser Ergebnisse sind ein Beleg für die Annahmen, dass die Fähigkeit zur Emotionssteuerung Mitarbeitern hilft, trotz hoher Informationsverarbeitung oder wenig kreativer Aufgaben gut gelaunt zu bleiben, und dass die Fähigkeit zur Emotionsnutzung sie dabei unterstützt, gute Laune in mehr Kreativität umzusetzen.“

Die Wissenschaftler haben zwei Empfehlungen für die Praxis. Tests zur emotionalen Intelligenz sollten verstärkt bei der Personalauswahl berücksichtigt werden. Und Trainings zur emotionalen Intelligenz könnten zur Stressbewältigung helfen. Dabei geht es nicht um Gefühlsmanipulation. Vielmehr ließe sich dadurch lernen, wie Gefühle, Denken und Problemlösen ineinandergreifen.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Michael R. Parke, Myeong-Gu Seo & Elad N. Sherf (University of Maryland). (2015). Regulating and Facilitating: The Role of Emotional Intelligence in Maintaining and Using Positive Affect for Creativity [Abstract]. Journal of Applied Psychology, 100 (3), 917-934.

Erfahren Sie im Themenschwerpunkt „Mobil, flexibel und gestresst“ mehr zu Stressbewältigung, Smartphone-Nutzung, Berufspendeln, psychischen Belastungen, Gefährdungsbeurteilung, Teilzeit-Tandem und Super-Leadership.

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