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Lernen von Lauren Kuykendall

Zufriedener durch Hobbys

13. April 2015

Eine neue Übersichtsstudie bestätigt: Freizeitaktivitäten machen glücklich. Je häufiger man Hobbys nachgeht und je abwechslungsreicher sie sind, desto zufriedener ist man mit seinem Leben. Die Autoren fordern daher, dass Unternehmen die Freizeit ihrer Mitarbeiter mehr fördern.

11.000 Teilnehmer in 40 Jahren

Alle Hefte im ÜberblickLauren Kuykendall macht ihren Doktor in Arbeitspsychologie an der Purdue Universität in Indiana. Zusammen mit Kollegen hat sie jetzt den Zusammenhang von Freizeitaktivitäten und Lebenszufriedenheit in einer Metaanalyse untersucht. Abgedruckt ist die Studie in der neuen Ausgabe des Psychological Bulletin.

Freizeitaktivitäten waren konkrete freiwillige Tätigkeiten außerhalb der Arbeitszeit, z.B. Sport, Treffen mit Freunden, kulturelle Aktivitäten. Lebenszufriedenheit war definiert als allgemeines Wohlbefinden – gefühlt oder rational einschätzt.

Die Psychologen fanden 37 Einzelstudien aus den letzten 40 Jahren mit insgesamt 11.834 Teilnehmern, die Freizeitbeschäftigung und Lebenszufriedenheit in Fragebogenstudien, Experimenten oder Langzeitstudien erhoben. Die Einzelergebnisse fassten sie dann rechnerisch zusammen.

Hobby-Glück

Mehr Freizeitaktivitäten führten zu mehr Lebenszufriedenheit. Hobbys und Lebenszufriedenheit hingen deutlich zusammen, und eine Wirkrichtung ließ sich ausmachen. Im Einzelnen:

Pensionierte profitierten besonders, und auf unterschiedliche Aktivitäten kam es an. Pensionierung und Abwechslungsreichtum stellten sich als Einflussfaktoren heraus. Im Einzelnen:

Bitte freizeitfreundlicher!

Freizeitaktivitäten machten also zufriedener. Besonders glücksverheißend war eine abwechslungsreiche Freizeit. Die Autoren empfehlen daher:

Eintönige Freizeitgestaltung vermeiden. Man sollte darauf achten, dass nicht nur ein Hobby im Repertoire ist, sondern mehrere. Montags Freunde treffen, mittwochs Basketball spielen, freitags in die Oper – so könnte eine Glückswoche aussehen.

Freizeittrainings helfen. Selbstverständlich sollte der Feierabend ein Gegengewicht zur Arbeit bleiben und nicht überreguliert werden. Aber Ältere, Alleinerziehende, Mütter oder Erwerbslose achten zu wenig auf ihre Freizeit. Ihnen könnten Freizeittrainings helfen, die anregen, motivieren und unterstützen.

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Unternehmen sollten freizeitfreundlicher werden. Personalentwickler denken zu wenig in Lebens- oder Freizeitlogik. Dabei zeigt die Studie eindeutig: Wer Freizeit hat und diese gestaltet, wird zufriedener. Zufriedene Mitarbeiter wiederum sind leistungsfähiger. Daher sollten Arbeitszeitmodelle, Arbeitsverteilung und Trainings freizeitfreundlicher werden.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Lauren Kuykendall, Louis Tay & Vincent Ng (Purdue University). (2015). Leisure Engagement and Subjective Well-Being: A Meta-Analysis [Abstract]. Psychological Bulletin, 141 (2), 364–403.

Wer seine Stärken trainiert, wird kompetenter darin, persönlich zu wachsen. Wer an seinen Schwächen arbeitet, ist damit nicht so erfolgreich.

Je sportlicher, desto mehr Gehalt: Wer regelmäßig Sport treibt, ist seltener arbeitslos und hat ein höheres Einkommen als jemand, der sich sportlich nicht betätigt.

Frauen, die in ihrer Freizeit am liebsten kreativer Handarbeit, wie Nähen, Basteln oder Weben, nachgehen, werden dadurch erfrischter und energiegeladener.

Der neue Themenschwerpunkt „Fit für den Erfolg“ zu Erfolgsfaktoren, Verhaltensstrategien, Gehaltsverhandlung, Eigeninitiative, Geduld, Misserfolg und Personalentwicklung.

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