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Lernen von Ulrich Weger

Maschinenhafte Eignungsurteile nach Computerspiel

29. Januar 2015

Nach einem Computerspiel waren Personen geneigt, den falschen Empfehlungen eines Computers zur beruflichen Eignung zu folgen, so eine neue Studie. Diese maschinenhafte Urteile wurden übernommen, obwohl sie eindeutig unzutreffend waren.

Mit den Augen einer künstlichen Person

Alle Hefte im ÜberblickEin Psychologenteam um Ulrich Weger von der Universität Witten/Herdecke hat untersucht, wie sich Computerspiele auf Eignungsurteile auswirken. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Psychonomic Bulletin & Review veröffentlicht.

In zwei Experimenten sollten 86 Studenten die berufliche Eignung von zwei Kandidaten einschätzen. Über Tonband hörten sie die Punktzahl der Bewerber hinsichtlich ihres Engagements und ihrer Berufserfahrung. Der mit der höheren Punktzahl war der geeignete. Gleichzeitig gab der Computer eine „maschinenhafte“ Empfehlung für einen der beiden Kandidaten ab, die teilweise fehlerhaft war, also zugunsten desjenigen mit der geringeren Punktzahl ausfiel.

Die Hälfte der Studenten spielte davor ein Computerspiel, in dem sie aus der Perspektive einer künstlichen Person die Umgebung gestalten konnten. Die andere Hälfte spielte kein Computerspiel. Beeinflusste diese „Maschinenperspektive“ die Eignungsurteile?

Maschinenhaft fehlerhaft

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In der Tat, denn jene in der Computerspiel-Gruppe hielten sich überdurchschnittlich häufig an die Eignungsempfehlung des Computers, auch wenn diese offensichtlich falsch war. Computerspieler vertrauten also dem Computer mehr, vertrauten dem falschen Vorschlag der Maschine und trafen somit maschinenhaft-fehlerhafte Urteile. Die Maschinenhörigkeit schlug den gesunden Menschenverstand.

Die Forscher dazu: „Ergebnisse wie dieses gemahnen daran, dass man über Computerspiele und die Folgen, in eine artifizielle, fiktive Welt einzutauschen, gründlich nachdenken sollte.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Ulrich W. Weger (University of Witten/Herdecke), Stephen Loughnan (University of Melbourne), Dinkar Sharma (University of Kent) & Lazaros Gonidis (University of Kent). (2015). Virtually compliant: Immersive video gaming increases conformity to false computer judgments. Psychonomic Bulletin & Review. Published online: 14 January 2015.

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