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Lernen von Andrea Abele-Brehm

Zufriedener durch tatkräftige Eigenschaften und gemeinschaftliche Werte

2. Januar 2015

In einer neuen Studie zeigte sich, dass nur die Kombination aus gemeinschaftlichen Werten (Vertrauen, Ehrlichkeit, Höflichkeit) und tatkräftigen Eigenschaften (beharrlich, kompetent, leistungsfähig) zu mehr Lebenszufriedenheit verhalf.

Werte und Eigenschaften

Alle Hefte im ÜberblickDie Sozialpsychologin Andrea Abele-Brehm von der Universität Erlangen-Nürnberg hat Werte und Eigenschaften von 201 Deutschen und 328 Russen in einem Onlinetest gemessen und diese ins Verhältnis zu deren Lebenszufriedenheit gesetzt.

Werte definierte sie als Gedanken, die sich auf überdauernde Beweggründe oder Lebensziele bezogen, Eigenschaften als Vorstellungen über eigene Personenmerkmale, mit denen sich Ziele erreichen ließen.

Werte und Eigenschaften konnten sich jeweils auf die eigene Tatkraft oder die Gemeinschaft beziehen: 1) tatkräftige Werte waren z.B. „Selbstständigkeit, Leistung, Macht“, 2) gemeinschaftliche Werte: „Vertrauen, Mitgefühl, Ehrlichkeit, Höflichkeit“, 3) tatkräftige Eigenschaften: „leistungsfähig, kompetent, beharrlich“ und 4) gemeinschaftliche Eigenschaften: „gerecht, hilfsbereit“. In welcher Beziehung standen diese Werte und Eigenschaften zur Lebenszufriedenheit?

Tatkraft und Gemeinsinn

Entscheidend waren tatkräftige Eigenschaften und gemeinschaftliche Werte. In der deutschen Stichprobe hingen sie mit der Lebenszufriedenheit zusammen („In den meisten Bereichen entspricht mein Leben meinen Idealvorstellungen.“): Je tatkräftiger sich eine Person sah und je mehr sich ihre Lebensziele auf andere bezogen, desto zufriedener war sie. In der russischen Stichprobe wirkten tatkräftige Eigenschaften und gemeinschaftliche Werte zusammen. Wenn jemand gemeinschaftliche Werte hatte und diese durch tatkräftige Eigenschaften umsetzen konnte, ergab sich für ihn oder sie eine hohe Lebenszufriedenheit. Die gegensätzlichen tatkräftigen Werte und gemeinschaftsbezogenen Eigenschaften hingen größtenteils nicht mit der Lebenszufriedenheit zusammen.

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Bestimmte Werte machen also nicht per se glücklich, sondern nur dann, wenn man sie durch eigene Tatkraft umsetzen kann. Werte, die sich auf die eigene Macht oder Leistung beziehen, sind dabei keine Glücksbringer. Nur soziale Werte, wie Vertrauen oder Mitgefühl, sind für ein subjektiv gelungenes Leben bedeutsam.

Die zusammenfassende Formel könnte daher lauten: Setze soziale Werte, wie Vertrauen, Ehrlichkeit oder Höflichkeit, tatkräftig um. Dann wirst du zufriedener.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Citation: Abele AE (2014) Pursuit of communal values in an agentic manner: A way to happiness? Frontiers in Psychology, Personality and Social Psychology, 5:1320.

Der neue Themenschwerpunkt „Der Wert der Werte“ zeigt, wie sich Wertvorstellungen auszahlen. Darin werden Vertrauen, Authentizität, solidarische Wertegemeinschaften, Respekt, wertebasierte Selbstführung und Spiritualität ausführlich behandelt.

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