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Lernen von Andreas Wihler

Eigeninitiative muss mit Menschenkenntnis gepaart sein

19. Dezember 2014

Eigeninitiative muss mit Menschenkenntnis und einer positiven Wirkung auf andere gepaart sein. Nur so erreicht man etwas im Unternehmen und punktet durch bessere Arbeitsleistung. Das legt eine neue Studie Bonner Forscher nahe.

508 Mitarbeiter befragt

Alle Hefte im ÜberblickDas Forschungsteam um Andreas Wihler von der Universität Bonn befragte in drei Studien Beschäftigte zu ihrer Eigeninitiative. Insgesamt nahmen 508 Mitarbeiter zusammen mit ihrem Vorgesetzten an den Untersuchungen teil.

Um die Eigeninitiative zu erfassen, sollten die Mitarbeiter angeben, inwiefern sie Aussagen zustimmten, wie „Ich gehe aktiv Probleme an“ oder „Ich ergreife sofort die Initiative, auch wenn andere es nicht tun“.

Menschenkenntnis und Wirkung auf andere

Sie kreuzten außerdem an, ob sie über sozialen Scharfsinn („Ich bin besonders gut darin, die Motive und Hintergedanken anderer aufzuspüren.“) und Beeinflussbarkeit („Ich schaffe es, dass sich die meisten Menschen um mich herum wohlfühlen.“) verfügten.

Die Vorgesetzten berichteten, ob es ein Klima im Unternehmen gab, das die Eigeninitiative förderte. Außerdem schätzten sie die Arbeitsleistung des Mitarbeiters ein (z.B. durch die abzuwägende Aussage: „Deutlich besser als eine andere Person in einer vergleichbaren Position.“).

Scharfsinn, Eigeninitiative, Beeinflussbarkeit

Scharfsinnige nutzten das Klima. Diejenigen, die ihre Kollegen gut verstanden, konnten besonders gut das für Eigeninitiative förderliche Klima im Unternehmen nutzen. Ihr Handlungseifer war besonders ausgeprägt.

Beeinflusser nutzten ihre Eigeninitiative. Jene, die andere dahingehend beeinflussen konnten, dass sie sich behaglicher fühlten, konnten wiederum ihre Eigeninitiative nutzen, die sich in besserer Arbeitsleistung niederschlug.

Verbund von Scharfsinn, Eigeninitiative und Beeinflussung. Eigeninitiative führte in den Unternehmen, die diese unterstützte, zu höherer Arbeitsleistung, aber nur, wenn diese Proaktivität von Menschenkenntnis und Umgarnenkönnen begleitet war.

Gelegenheiten erkennen und nutzen

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Die Psychologen betrachten den sozialen Scharfsinn als Fähigkeit, günstige Gelegenheiten zu erkennen, die Beeinflussbarkeit als Vermögen, Gelegenheiten nutzen und sich an Umwelten anpassen zu können.

Beides – Erkennen und Umsetzung – ist notwendig, damit Eigeninitiative fruchten kann und nicht dazu führt, dass man als Störenfried wahrgenommen wird.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2014. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Andreas Wihler, Gerhard Blickle (University of Bonn), B. Parker Ellen III, Wayne A. Hochwarter & Gerald R. Ferris (Florida State University). (2014). Personal Initiative and Job Performance Evaluations: Role of Political Skill in Opportunity Recognition and Capitalization [PDF]. Journal of Management, Published online before print, October 6, 2014.

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