Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
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Fachbuch im Fokus

20. Mai 2020

Perspektivenwechsel als MethodeKlaus Vollmer:
Perspektivenwechsel als Methode. Strategien, Tools und Übungen zur Persönlichkeitsentwicklung
Beltz, Weinheim 2019
273 Seiten, 34,95 Euro

Risiko der Routine und Unflexibilität

Wir alle kennen das Phänomen, dass wir uns in unserem Alltag immer wieder an Bewährtem orientieren und Verhaltensroutinen ablaufen lassen, ohne groß nachzudenken. Dies spart Zeit, folgt dem ökonomischen Prinzip und ist vor allem aber auch bequem. Die große Gefahr bei dieser Vorgehensweise, die wir alle kennen, besteht im Risiko, nicht mehr nur routiniert zu sein, sondern erstarrt und unflexibel. Neben der Gefahr, dass man auf diese Weise Potenzial möglicherweise ungenutzt verkümmern lässt, könnte man irgendwann mit dem Gefühl erwachen, in einer Endlosschleife gefangen zu sein – ganz so wie es dem TV-Wetteransager Phil Connors in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ widerfährt, der dort immer wieder den gleichen Tag erlebt. Nach einiger Zeit fällt es einem dann oft schwer, sich überhaupt noch vorstellen zu können, dass das eigene Leben oder der Berufsalltag „anders“ sein könnten.

Prozess zur besseren Selbsterkenntnis inklusive kleiner Übungen

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Wer dieses diffuse Gefühl empfindet, wer sich daranmachen möchte, sein Leben auch einmal aus anderen Perspektiven zu betrachten, den will das Buch von Klaus Vollmer an die Hand nehmen und ihn durch einen Prozess der besseren Selbsterkenntnis leiten. So wird zu Anfang der Umgang mit der Angst thematisiert, die sich oft einstellt, wenn jemand sich dann doch daranmacht, etwas verändern zu wollen. Aber auch der Umgang mit sozialen Konflikten wird angesprochen, die verschiedenen Merkmale, die eine Persönlichkeit von der anderen unterscheiden, oder auch Dinge wie Motive, die uns zum Handeln bewegen. Bei all diesen Themen werden immer wieder kleine Übungen eingeflochten, die dem Leser ermöglichen sollen, sich einmal aus ungewohntem Blickwinkel (z. B. aus der Astronauten-Perspektive) zu betrachten. Außerdem werden in jedem Kapitel Filme wie der oben erwähnte herangezogen, die das Geschilderte wieder aus einer anderen Perspektive illustrieren. Die Wirkung dieses Kniffs dürfte jedoch bei Cinephilen vermutlich stärker sein als bei auf diesem Gebiet eher schwach Interessierten.

Uneingeschränkte Empfehlung

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Davon abgesehen verdient das Buch eine uneingeschränkte Empfehlung. Es behandelt das anspruchsvolle Thema aus einer angenehm realistischen Perspektive, ruht auf einem wissenschaftlich abgesicherten Fundament, verzichtet auf Vereinfachungen und esoterische Formulierungen oder plumpe Ratschläge à la „Du musst nur wollen.“ Insgesamt fühlt man sich als Leser gut betreut, nicht bevormundet, sondern immer wieder sanft aufgefordert, doch mal eine neue Perspektive auszuprobieren – auch wenn man weiß, dass auf dem Weg zu einer Veränderung das ein oder anderes Problem aus dem Weg geräumt werden muss.

Armin Surma, Diplom-Psychologe, Consulting Group Berlin

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2020. Alle Rechte vorbehalten.

Im Themenschwerpunkt „Das (un)organisierte Selbst“ stehen neue Erkenntnisse zu den Themen wie man sich durch passende Ziele langfristig motiviert, welche Gründe es fürs Aufschieben gibt, weshalb Selbstoptimierung oft unzufrieden macht, wie Digitalsysteme das gezielte Vergessen fördern können und wieso Hirndoping nur kurzfristig die Leistung steigert.

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