Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
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Fachbuch im Fokus

31. März 2020

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz vermeidenJulia Scharnhorst:
Psychische Belastungen am Arbeitsplatz vermeiden: Burnoutprävention und Förderung von Resilienz in Unternehmen
Haufe, Freiburg 2019
272 Seiten, 39,95 Euro

Umfassender Überblick über Ansätze und Methoden

Wie es der Titel des Buches schon nahelegt, gibt die Diplom-Psychologin Julia Scharnhorst darin einen umfassenden Überblick über Ansätze und Methoden, psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu vermeiden, um dadurch eine effektive Burnout-Prävention zu betreiben. Dabei handelt es sich aber nicht um einen der vielen Selbsthilferatgeber für gestresste Mitarbeiter, sondern um Empfehlungen für Unternehmen, wie seitens der Organisation durch entsprechende Arbeitsbedingungen und Führung psychische Überlastungen vermieden und die Resilienz der Mitarbeiter gefördert werden können.

Burnout-Problematik als zentraler Ausgangspunkt

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Den zentralen Ausgangspunkt ihrer Betrachtungen bildet die Burnout-Problematik, die – einschließlich einer Diskussion und Reflexion der Begrifflichkeit – recht ausführlich dargestellt wird. Ergänzend wird aber auch das seltenere Problem „Boreout“ (es tritt auf, wenn die eigene Arbeitsaufgabe als öde, demotivierend oder sinnlos empfunden wird) kurz beleuchtet. Dabei beschreibt Scharnhorst nicht nur die Wechselwirkung zwischen „inneren“ (psychischen) und „äußeren“ Entstehungsbedingungen von Überlastung, sondern listet auch sehr ausführlich und umfassend die vielfältigen Möglichkeiten der Diagnose, Prävention und Intervention zu psychischen Belastungen am Arbeitsplatz auf. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Führungskräfte in Unternehmen, denen sie ein notwendiges Umdenken sowie eine Vielzahl konkreter Instrumente und Handlungsempfehlungen nahelegt. Letztendlich sollte man daraus auch wichtige Ergänzungen bzw. thematische Veränderungen für die Führungskräfteentwicklung in Unternehmen ableiten.

Zahlreiche Checklisten und Leitfäden

Als besonders hilfreich hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die zahlreichen Checklisten und (Gesprächs-) Leitfäden, die im Buch abgedruckt sind. Praktische Empfehlungen zum betrieblichen Eingliederungsmanagement von Mitarbeitern, die nach einem Burnout zurückkehren, relevante rechtliche Aspekte und strategische Empfehlungen für das (Personal-) Management zur Resilienzförderung und Entwicklung einer „Gesundheitskultur“ im Unternehmen werden ebenfalls ausführlich dargestellt.   

Geeignet für Berater und Coaches und Personalverantwortliche

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Man merkt dem Buch die langjährige Praxiserfahrung der Autorin als Beraterin im Bereich Gesundheitsmanagement deutlich an. Aber auf eine Selbstbeweihräucherung der eigenen Leistungen und Dienste, wie sie bei Büchern von Beratern leider oft anzutreffen ist, verzichtet Scharnhorst in wohltuender Weise. Das Buch eignet sich gut für Berater und Coaches, die in diesem Bereich ihre Angebotspalette erweitern möchten, aber noch besser für Personalverantwortliche und Führungskräfte, die einen umfassenden Überblick zum Thema gewinnen, psychische Belastungen der Belegschaft reduzieren und letztlich ein gesünderes Unternehmen entwickeln wollen.

Armin Surma, Diplom-Psychologe, Consulting Group Berlin

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2020. Alle Rechte vorbehalten.

Im Themenschwerpunkt „Das (un)organisierte Selbst“ stehen neue Erkenntnisse zu den Themen wie man sich durch passende Ziele langfristig motiviert, welche Gründe es fürs Aufschieben gibt, weshalb Selbstoptimierung oft unzufrieden macht, wie Digitalsysteme das gezielte Vergessen fördern können und wieso Hirndoping nur kurzfristig die Leistung steigert.

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