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Fachbuch im Fokus

9. Oktober 2018

Mensch 4.0 – Frei bleiben in einer digitalen WeltAlexandra Borchardt:
Mensch 4.0 – Frei bleiben in einer digitalen Welt.
Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2018
256 Seiten, 20 Euro

Algorithmen erleichtern das Leben und gefährden die Freiheit

Digitalisierung hat viele Facetten und Nebenwirkungen. Algorithmen erleichtern das Leben und gefährden gleichwohl die Freiheit. Sie schaffen vielleicht einen neuen Menschen, auf alle Fälle aber ein neues Menschenbild: gut vernetzt, ständig online und stets darauf aus, Wissenslücken mit einem Klick zu schließen, Bedürfnisse mit einer App zu befriedigen. Viele aktuelle Bücher beschreiben die Digitalisierung aus technischer und wirtschaftlicher Perspektive.

Psychologische und philosophische Sicht

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Die Journalistin Alexandra Borchardt nähert sich dem Thema aus psychologischer und philosophischer Sicht. Ihr kluges Buch stellt viele Fragen, deren Tragweite wir gerade erst erkennen: Wem gehören wir, wenn wir das Produkt unserer Daten sind? Wie viel Privatsphäre haben wir noch? Wie manipulierbar sind wir? Dazu zitiert sie aus aktuellen Zeitungsberichten, Interviews und Veröffentlichungen führender Psychologen, Soziologen und Historiker wie Sherry Turkle, Yuval Noah Harari und Jeremy Rifkin. So liest sich das Buch auch ein bisschen wie ein Aufruf zur Renaissance der Geisteswissenschaften, die oft in aktuellen Diskussionen von New-Economy-Größen, Hirnforschern und Wirtschaftswissenschaftlern übertönt werden.

Beklemmende Bestandsaufnahme

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Die Bestandsaufnahme auf über 200 Seiten ist beklemmend. Seite für Seite wird deutlich, dass nicht weniger als unsere individuelle und unsere gesellschaftliche Freiheit auf dem Spiel steht. Die abschließende „kleine Philosophie der Freiheit in der digitalen Welt“ fällt mit weniger als 30 Seiten recht kurz aus und liefert nicht wirklich einen Leit- und Handlungsfaden für ein „gutes Leben“ im Zeitalter der Digitalisierung. Vielleicht ist der Wunsch danach aber bereits ein Beispiel, wie sich unser Denken und Streben durch ständiges Surfen verändert. Die Vorstellung, dass sich Antworten nicht schnell googeln lassen und wir mit Ungewissheit und Ambiguität leben müssen, bringt uns ein fast vergessenes, ungemütliches Gefühl der Unsicherheit zurück. Das müssen wir aushalten. Gerade die Fragen ohne eindeutige Antworten bieten Raum für Austausch, Weiterdenken und Kontakt. Anregung zum Weiterdenken bietet das Buch in jedem Kapitel.

Dr. Lars-Peter Linke, CLC Corporate Learning Communication, Hamburg.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2018. Alle Rechte vorbehalten.

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